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Deutsche Bankkunden müssen weiter auf "Instant Payments" warten

  • 3. Januar 2018, 19:27 Uhr
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Frankfurt/Main - Überweisungen in Sekundenschnelle, an 7 Tagen die Woche rund um die Uhr - die Kunden der meisten Banken in Deutschland müssen wohl noch mindestens ein halbes Jahr darauf warten. Das ergab eine Umfrage der dts Nachrichtenagentur unter den wichtigsten Geldhäusern.

Die Commerzbank zögert beispielsweise noch, weil das System ihrer Meinung nach noch "in einem sehr frühen Stadium" sei. So beklagt die Bank, dass es "eine Beschränkung auf den Euro als Währung und Europa als Region" gebe. Der genaue Zeitpunkt der Einführung sei deswegen davon abhängig, ob das System "nutzenstiftende Dienstleistungen" bringe, die "über die bestehenden Bezahlarten im Electronic Banking hinausgehen", sagte Commerzbank-Sprecherin Ines Hennig der dts Nachrichtenagentur am Mittwoch. Die Online-Tochter Comdirect will Instant Payment zwar ebenfalls "perspektivisch anbieten", kann einen Zeithorizont aber auch noch nicht nennen, ähnlich äußert sich ein Sprecher der DKB. Auch von der ING-Diba war keine konkrete Auskunft zu erhalten, die Bank hatte aber bereits vor Monaten eine Studie in Auftrag gegeben.

Ergebnis: Endverbraucher halten Zahlungen in Echtzeit durchaus für nützlich. Auch bei der Postbank laufen nach eigenen Angaben "Vorstudien". Nach einer Auswertungsphase soll im Laufe des Jahres bezüglich der weiteren Vorgehensweise entschieden werden, so ein Sprecher am Mittwoch. Die Consorsbank arbeitet nach eigenen Angaben "am Thema", eine Einführung sei aber noch ungewiss.

"Was wir aber wissen ist, dass wir den Service nicht vor Herbst 2018 anbieten können, da wir hier auch von externen Dienstleistern abhängig sind". Konkreter wurden von den befragten Instituten nur Deutsche Bank, Santander und die DZ Bank: Die Deutsche Bank will "Instant Payments" im dritten Quartal 2018 einführen, ebenso wie die Santander. Dies sei der Zeitpunkt, wo nach seinen Informationen auch die meisten anderen Banken einsteigen, sagte Deutsche-Bank-Sprecher Frank Hartmann der dts Nachrichtenagentur. Die DZ Bank will im November nachziehen. Von den Sparkassen war bereits vorher zu hören, dass sie die Echtzeitüberweisung im Onlinebanking Mitte 2018 einführen wollen. Damit bleibt in Deutschland noch auf Monate die Hypovereinsbank die einzige größere Bank, die "Instant Payments" bereits anbietet. Eigentlich sind die schnellen Banküberweisungen bereits seit November 2017 im SEPA-System verfügbar. Den meisten Kunden bringt das aber nichts: Denn für eine Zahlung in Sekundenschnelle muss nicht nur die Bank des Geldabsenders die neuen Blitzüberweisungen anbieten - sondern auch die des Empfängers.

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