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EZB-Ratsmitglied Nowotny fordert strengere Bitcoin-Regulierung

  • 3. Januar 2018, 14:50 Uhr
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Hype um Bitcoins beschäftigt Österreichs Zentralbank
Bild: AFP

Der Gouverneur der Österreichischen Zentralbank hat eine Regulierung der digitalen Währung Bitcoin gefordert. Es dürfe nicht dabei zugesehen werden, 'wie weltweit munter mit Bitcoin Geld gewaschen wird', sagte Nowotny der 'Süddeutschen Zeitung'.

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Die umstrittene Kryptowährung Bitcoin sorgt weiter für Diskussionen: "Bitcoin hilft Kriminellen", sagte der Gouverneur der Österreichischen Zentralbank, Ewald Nowotny, der "Süddeutschen Zeitung" vom Mittwoch. Er sprach sich für eine strengere Regulierung der digitalen Währung aus. "Was mich umtreibt ist, dass der Bitcoin für Geldwäsche benutzt wird", sagte Nowotny.

"Es kann doch nicht sein, dass wir gerade beschlossen haben, den 500-Euro-Schein nicht mehr zu drucken, um Geldwäsche zu bekämpfen und jedem kleinen Sparverein strenge Regeln aufbrummen, um dann zuzusehen, wie weltweit munter mit Bitcoin Geld gewaschen wird", sagte der Notenbanker, der zugleich Mitglied des Rates der Europäischen Zentralbank (EZB) ist. "Da besteht Handlungsbedarf."

Das bedeute nicht, dass jeder Bitcoin-Nutzer ein Verbrecher sei, fügte Nowotny hinzu. Aber die Kryptowährung helfe Kriminellen. Der österreichische Zentralbankchef schlug deshalb strenge Regeln vor: "Alle Beteiligten an einem Geschäft müssen ihre Identität offenlegen", sagte er der "SZ". "Damit würde Bitcoin zusammenbrechen."

Bitcoin-Transaktionen erfolgen pseudonymisiert - das heißt, Buchungen werden in der sogenannten Blockchain, in der alle jemals getätigten Transaktionen verzeichnet werden, einer Bitcoin-ID, nicht aber einem Namen zuordnen. Komplette Anonymität garantiert dies jedoch nicht, da sich aus den öffentlich einsehbaren einzelnen Transaktionen potenziell Rückschlüsse ziehen lassen. Bitcoin-Alternativen wie etwa Monero setzen deshalb auf einen noch stärken Grad an Anonymität.

Nowotny schlug in der "Süddeutschen Zeitung" zudem eine Mehrwertsteuer auf Bitcoin vor, "weil es keine Währung ist". Auch als Zahlungsmittel sei die bekannteste Digitalwährung wegen der starken Kursschwankungen nicht praktikabel. Grundsätzlich sei das Thema Bitcoin zwar "in der Mitte der Gesellschaft angekommen". Eingreifen müsse die Notenbank aber erst, wenn sich das Verhalten der Menschen verändern würde. Dafür gebe es bislang noch keine Anzeichen. "Solange die Leute nicht massenhaft Kredite aufnehmen, um mit Bitcoin zu spekulieren, beunruhigt uns das nicht", sagte Nowotny.

Der Hype um die Kryptowährung ist derzeit von einem extremen Auf und Ab geprägt. Ende Dezember war der Kurs der Digitalwährung zeitweise auf über 20.000 Dollar gestiegen. Kritiker bezeichnen die Kryptowährung allerdings nicht zuletzt aufgrund der rasanten Kursentwicklung als reines Spekulationsobjekt und warnen vor einer Blase. Kurz vor Weihnachten warnten Bundesfinanzaufsicht und Bundesbank private Anleger eindringlich vor Investitionen in die digitale Währung. Der Chef der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnte vor der "Möglichkeit des Totalverlustes".

Im vergangenen Jahr hatte der Bitcoin einen teils atemberaubenden Höhenflug hingelegt, war aber auch immer wieder unter Druck geraten - etwa in China, wo die Behörden auf eine strengere Regulierung dringen, um Kapitalflucht ins Ausland zu bekämpfen. Sie kritisieren zudem, Kryptowährungen würden zunehmend als "Werkzeug für kriminelle Aktivitäten" genutzt - darunter Geldwäsche, Drogenhandel und illegale Kapitalbeschaffung. Der Bitcoin war 2009 unter anderem als Antwort auf die Finanzkrise erfunden worden, um eine von Staaten, Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung zu erschaffen.

Die News EZB-Ratsmitglied Nowotny fordert strengere Bitcoin-Regulierung wurde von AFP am 03.01.2018 in der Kategorie Technologie mit den Stichwörtern D, Österreich, Währungen, Internet abgelegt.

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