Wirtschaft

SPD-Politiker: Sieben bis zehn Gigawatt Kohlekraftwerke abschalten

  • 7. Dezember 2017, 22:35 Uhr
Bild vergrößern: SPD-Politiker: Sieben bis zehn Gigawatt Kohlekraftwerke abschalten
Heizkraftwerk
dts

.

Anzeige

Berlin - Der SPD-Umweltpolitiker Frank Schwabe hält es für notwendig, bis 2020 Kohlekraftwerke mit sieben bis zehn Gigawatt Leistung vom Netz zu nehmen. Nur so könne das deutsche Klimaschutzziel noch eingehalten werden, sagte der Bundestagsabgeordnete der "Frankfurter Rundschau" (Freitagsausgabe).

"Es muss einen Fahrplan geben, nach dem die Kapazitäten nach und nach vom Netz gehen", so Schwabe. Er verwies darauf, dass ähnliche Zahlen auch in den Jamaika-Verhandlungen besprochen worden seien. Kanzlerin Merkel (CDU) habe dabei sieben Gigawatt vorgeschlagen. Die Klimapolitik ist auch Thema auf dem SPD-Parteitag, der sich am Donnerstag für ergebnisoffene Gespräche mit der Union ausgesprochen hat.

Zum Konflikt um den Kohleausstieg innerhalb der SPD sagte Schwabe: "Alle wissen: Es geht nicht mehr darum, ob der Kohleausstieg kommt, sondern wie." Es komme nun darauf an, den betroffenen Regionen "Perspektiven für die Zeit nach der Kohle aufzuzeigen und ihnen bei der Umstrukturierung zu helfen". Widerstand gegen ein schnelles Abschalten der Kohlekraftwerke kommt besonders aus den Landesverbänden in NRW und Brandenburg, wo Braunkohle gefördert wird. Alle Sektoren - von Industrie bis Verkehr - müssten zur CO2-Einsparaung beitragen, sagte Schwabe.

"Allerdings muss der größte Brocken durch ein Herunterfahren der Kohle kommen." Er forderte, den jährlichen Zubau von Wind- und Solarenergie zu erhöhen, der von der großen Koalition herunterfahren worden war. "Wenn wir künftig mit Ökostrom Auto fahren und heizen wollen, muss er ja irgendwo her kommen." Schwabe sagte, dass das Klimaschutzziel für 2020 nicht aufgegeben werden dürfe: "Hier dürfen wir nicht wackeln. Deutschland wird ja auch international daran gemessen, dass es seine Klimaziele einhält." Der CO2-Ausstoß soll danach bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 sinken, erreicht sind erst 27 Prozent.

Die News SPD-Politiker: Sieben bis zehn Gigawatt Kohlekraftwerke abschalten wurde von dts am 07.12.2017 in der Kategorie Wirtschaft mit den Stichwörtern Politik, Deutschland, Energie abgelegt.

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

Weitere Meldungen

Verdacht der Insolvenzverschleppung bei Air Berlin

Berlin - Wirtschaftsprüfer haben womöglich Anhaltspunkte für eine Insolvenzverschleppung bei Air Berlin gefunden. Laut eines Berichts der "Bild am Sonntag" untersuchen Experten

Mehr
Atom-Urteil im Vattenfall-Schiedsgerichtsverfahren erwartet

Washington - Das "International Centre for Settlement of Investment Desputes" (ICSID) in Washington will innerhalb der kommenden sechs Wochen über die milliardenschwere

Mehr
Thailändische Investoren fordern Millionen aus Deutschland

Berlin - Im Streit um eine in den 90er-Jahren errichtete Mautautobahn in Bangkok wollen thailändische Investoren den deutschen Staat in Haftung nehmen. In einer Klage geht es um

Mehr

Top Meldungen

Finanzmanager fordern mehr Unterstützung für Frankfurt

Frankfurt/Main - Im Konkurrenzkampf um die London-Nachfolge als Europas Finanzmetropole fordern deutsche Politiker und Manager deutlich mehr Unterstützung der Bundesregierung für

Mehr
SPD: BaFin soll bei Deutscher Bank härter "durchgreifen"

Berlin - Die SPD hat die Bankenaufsicht aufgefordert beim Deutsche Bank-Großaktionär HNA stärker durchzugreifen. Christine Lambrecht, stellvertretende Vorsitzende der

Mehr
Neue Zolleinheit mit Geldwäsche-Verfahren überfordert

Berlin - Chaos in der neuen Sondereinheit des Zolls: Die Financial Intelligence Unit (FIU) hat seit Sommer 2017 mehr als 31.000 Geldwäsche-Verdachtsanzeigen nicht bearbeitet –

Mehr