Brennpunkte

Merkel verlangt besseren Schutz von Flüchtlingen in Libyen

  • 7. Dezember 2017, 19:00 Uhr
Bild vergrößern: Merkel verlangt besseren Schutz von Flüchtlingen in Libyen
Merkel fordert besseren Schutz für Flüchtlinge in Libyen
Bild: AFP

Bundeskanzlerin Angela Merkel pocht auf einen besseren Schutz von Flüchtlingen in Libyen. Migranten lebten dort zum Teil 'unter extrem menschenunwürdigen Bedingungen', sagte Merkel nach einem Treffen mit dem libyschen Regierungschef al-Sarradsch.

Anzeige

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) pocht auf einen besseren Schutz von Flüchtlingen in Libyen. Migranten lebten dort zum Teil "unter extrem menschenunwürdigen Bedingungen", sagte Merkel am Donnerstag nach einem Treffen mit dem libyschen Ministerpräsidenten Fajes al-Sarradsch in Berlin.  

In den Lagern unter Kontrolle der international anerkannten, libyschen Regierung sei in Zusammenarbeit mit der Internationalen Organisation für Migration (IOM) und dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR bereits "eine gewisse Öffnung" entstanden. Sie wünsche sich aber einen "noch stärkeren Zugang und auch Betrieb" dieser Lager durch diese internationalen Organisationen, sagte Merkel.

Etwa 500.000 Menschen seien zudem unter womöglich "unwürdigen Umständen" in Lagern untergebracht, auf welche die international anerkannte Regierung in Tripolis keinen Zugriff habe. "Das heißt also, es ist noch sehr, sehr viel zu tun in Libyen insgesamt, um die humanitäre Situation dort zu verbessern", sagte Merkel.

Libyen ist das Hauptdurchgangsland für Flüchtlinge aus afrikanischen Ländern, die über das Mittelmeer in die EU gelangen wollen. Die Zentralregierung in dem nordafrikanischen Land hat über weite Teile des Staatsgebiets keine Kontrolle. In vielen Regionen haben bewaffnete Milizen das Sagen und verdienen vielfach auch am Schleusergeschäft mit.

Ein Bericht, wonach in Libyen Flüchtlinge als Sklaven verkauft werden, hatte im November für Entsetzen gesorgt. Hilfsorganisationen berichten schon länger über Misshandlungen, Vergewaltigungen und Zwangsarbeit von Flüchtlingen in Libyen.

Al-Sarradsch kündigte eine Untersuchung zu der mutmaßlichen Sklavenauktion an. Eine solche "unwürdige Behandlung" von Flüchtlingen sei zu verurteilten und werde nicht geduldet. Seine Regierung sei zur Zusammenarbeit mit regionalen und internationalen Organisationen bereit, "um das Leid dieser Migranten zu lindern und sie in ihre Ursprungsländer zurückzubringen".

Die Afrikanische Union (AU) hatte zuvor angekündigt, in Zusammenarbeit mit EU und UNO in den kommenden sechs Wochen 20.000 in Libyen gestrandete Flüchtlinge in ihre Heimatländer zurückzubringen. Auch einzelne afrikanische Länder starteten bereits eigene Rückführungsprogramme.

Die News Merkel verlangt besseren Schutz von Flüchtlingen in Libyen wurde von AFP am 07.12.2017 in der Kategorie Brennpunkte mit den Stichwörtern D, Libyen, Flüchtlinge abgelegt.

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

Weitere Meldungen

Aktivisten: Syrische Armee bereitet Sturm auf Rebellenhochburg Ost-Ghuta vor

Die syrische Armee bereitet nach Angaben von Aktivisten einen groß angelegten Sturm auf die Rebellenhochburg Ost-Ghuta vor den Toren der Hauptstadt Damaskus vor. In den

Mehr
Überlebende des Schulmassakers wollen für schärfere Waffengesetze demonstrieren

Überlebende des Schulmassakers in Florida wollen bei einem Marsch auf Washington für schärfere Waffengesetze demonstrieren. Der "Marsch für unsere Leben" sei für den 24. März in

Mehr
Nach Demo-Blockade: AfD will Polizeiführung anzeigen

Berlin - Die AfD will nach der durch Blockaden in Berlin gestoppten Demo die Polizeiführung anzeigen. Auch gegen alle der Partei bekannten Blockierer werde eine Strafanzeige

Mehr

Top Meldungen

DIHK sorgt sich um den weltweiten Freihandel

Berlin - Nach den jüngsten Plänen der US-Regierung, Einfuhrbeschränkungen für Stahl und Aluminium zu erlassen, fürchtet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK)

Mehr
Chef des Basler Bankenausschusses warnt vor Bitcoin

Basel - Der Chef des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht warnt Finanzinstitute vor Geschäften mit dem Bitcoin. "Angesichts des möglichen Risikos der Geldwäsche, das diesem

Mehr
Lokführergewerkschaft warnt vor massiven Zugausfällen im Güterverkehr

Der Fachkräftemangel bei der Bahn wird nach Einschätzung der Lokführergewerkschaft GDL schon bald zu großen Problemen für die Kunden führen. "Das Problem der personalbedingten

Mehr