Wirtschaft

Verbraucherschützer fordern Liberalisierung des Taximarkts

  • 7. Dezember 2017, 13:57 Uhr
Bild vergrößern: Verbraucherschützer fordern Liberalisierung des Taximarkts
Taxi
dts

.

Anzeige

Berlin - Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), Klaus Müller, hat sich für eine Liberalisierung des deutschen Taximarkts ausgesprochen. "Der Rechtsrahmen für die Personenbeförderung muss flexibler und innovativer werden. Moderne attraktive Mobilitätsdienstleistungen dürfen Verbrauchern nicht verwehrt werden", sagte Müller dem "Handelsblatt" (Freitagsausgabe).

Der VZBV-Chef sagte jedoch auch: "Es müssen aber Verbraucher- und Arbeitnehmerschutzstandards sowie der Datenschutz gewahrt werden." Der Düsseldorfer Wettbewerbsexperte Justus Haucap plädierte ebenfalls für eine Novellierung des Personenbeförderungsgesetzes. "Die Regulierung für den Taxi- und Mietwagenverkehr gehört dringend auf den Prüfstand gestellt", sagte der ehemalige Vorsitzende der Monopolkommission dem "Handelsblatt".

Die jahrelange Untätigkeit der Bundesregierung kritisierte er scharf. Dass der Ordnungsrahmen für die Personenbeförderung noch nicht angepasst wurde sei "ein eklatantes Politikversagen". So seien sogenannte Ortskundeprüfungen im Zeitalter von Navigationsgeräten und Handy-Apps "völlig überholt", sagte Haucap. Auch Mindestpreise schadeten nur dem Verbraucher.

"Warum darf es etwa beim Taxi keine Happy Hour geben?", fragte der Direktor des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomik (DICE). Haucap verwies auf Auswertungen, wonach die Taxifahrer fast drei Mal so viel Zeit im Taxi ohne Fahrgast verbrächten wie mit Fahrgast. "Eine Flexibilisierung der Preise, meinetwegen auch nur nach unten, könnte zu einer deutlich besseren Auslastung führen", sagte der Wissenschaftler. Auch sei keine Begrenzung der Lizenzen nötig. "Dass etwa in Düsseldorf Taxilizenzen auf dem grauen Markt für rund 30.000 Euro gehandelt werden, zeigt, welche Gewinnerwartungen noch immer mit einer Taxi-Lizenz verbunden sind", gab Haucap zu bedenken. Diese zahlten letztlich die Verbraucher. "Zugleich blühen Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung im Taxigewerbe, wie eine Studie des Berliner Senats festgestellt hat."

Die News Verbraucherschützer fordern Liberalisierung des Taximarkts wurde von dts am 07.12.2017 in der Kategorie Wirtschaft mit den Stichwörtern Wirtschaft, Deutschland, Straßenverkehr, Unternehmen abgelegt.

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

Weitere Meldungen

Studie: E-Autos könnten für Stromausfälle sorgen

Berlin - Bis 2035 könnte jedes dritte Auto auf deutschen Straßen elektrisch angetrieben werden, doch das deutsche Stromnetz ist laut einer Studie auf den bevorstehenden Boom von

Mehr
Steuerzahlerbund kritisiert Kontrollen der Kraftwerksreserve

Berlin - Der Bund der Steuerzahler hat die Bundesregierung für fehlende Kontrollen bei der sogenannten Sicherheitsbereitschaft von Braunkohlekraftwerken kritisiert. Es werde

Mehr
Bahn verteidigt Einstellung des Fernverkehrs bei Orkan

Berlin - Nach den massiven Auswirkungen des Orkans "Friederike" verteidigt die Deutsche Bahn die Einstellung des Fernverkehrs wegen des Unwetters. "Die Entscheidung, die

Mehr

Top Meldungen

Nvidia erwartet Neustrukturierung der Autobranche

Santa Clara - Der US-Chiphersteller Nvidia erwartet eine grundlegende Neustrukturierung der Automobilbranche: "Die Zulieferkette ist nicht länger vertikal", sagte Danny Shapiro,

Mehr
Verbraucherschützer warnen vor Überzuckerung in Europa

Berlin - Nach der kürzlich erfolgten Liberalisierung des EU-Zuckermarktes warnen Verbraucherschützer vor wachsenden Gefahren für die Gesundheit durch Überzuckerung. Die

Mehr
Hipp steigt in Biokost-Verpflegung für Kitas ein

Sachseln - Der Babynahrungshersteller Hipp erweitert sein Produktspektrum um Bio-Verpflegung für Kitas und Kindergärten. Erste Kitas in Bayern seien bereits beliefert worden,

Mehr