Wirtschaft

IG Metall reagiert erbost auf geplanten Stellenabbau bei General Electric

  • 7. Dezember 2017, 16:33 Uhr
Bild vergrößern: IG Metall reagiert erbost auf geplanten Stellenabbau bei General Electric
General Electric plant Stellenabbau in Deutschland
Bild: AFP

Arbeitnehmervertreter haben erbost auf den geplanten Stellenabbau bei dem US-Industriekonzern General Electric (GE) in Deutschland reagiert. Der Konzern will hierzulande 1600 Stellen streichen.

Anzeige

Arbeitnehmervertreter haben erbost auf den geplanten Stellenabbau bei dem US-Industriekonzern General Electric (GE) in Deutschland reagiert. Die verkündeten Pläne seien "in keiner Weise nachvollziehbar", erklärte die Gewerkschaft IG Metall am Donnerstag und kündigte einen harten Widerstand gegen die Einschnitte an. GE will in seiner Energiesparte weltweit 12.000 Jobs abbauen, davon 1600 in Deutschland.

Der Konzern will im Rahmen seiner Umstrukturierungspläne bis 2018 rund 3,5 Milliarden Dollar (knapp drei Milliarden Euro) einsparen. Die Mehrheit der Einschnitte betrifft Niederlassungen außerhalb der USA. Die Entscheidung zum Jobabbau sei "schwierig aber notwendig" gewesen, um auf den schwächelnden Energiemarkt reagieren zu können, erklärte der Chef von GE Power, Russell Stokes, zur Begründung. Er bezog sich unter anderem auf fallende Energiepreise und die sinkende Nachfrage nach Turbinen.

Erst kürzlich hatte der Siemens-Konzern angekündigt, in den kommenden Jahren weltweit rund 6900 Stellen abzubauen, davon rund 3300 in Deutschland. Auch der deutsche Technologiekonzern hatte erklärt, Grund für den Abbau vor allem in der Kraftwerkssparte sei der "rasant zunehmende Strukturwandel" bei der fossilen Stromerzeugung und im Rohstoffsektor.

Die IG Metall reagierte verärgert. Der betroffene Geschäftsbereich Power trage "deutlich" zum Konzernergebnis von GE bei, erklärte die Gewerkschaft. Der Geschäftsführer der IG Metall Mannheim, Klaus Stein, ergänzte, die Ankündigung, europaweit tausende Arbeitsplätze abbauen zu wollen, sei "weder strategisch noch betriebswirtschaftlich begründbar". Sie diene allein der "kurzfristigen Profitmaximierung von Aktionären". 

Am stärksten von den Streichungen betroffen sind nach Angaben der IG Metall die Standorte Mannheim, Stuttgart, Berlin, Mönchengladbach und Kassel. Die IG Metall Berlin erklärte, GE mache "in allen Geschäftsfeldern Milliardengewinne". Entlassungen in diesem Umfang seien daher "höchst unsozial", erklärte Klaus Abel von der IG Metall Berlin. "Dagegen werden wir uns kräftig zur Wehr setzen."

Linken-Fraktionsvize Klaus Ernst sprach von einem "Klassenkampf von oben". General Electric sei nach ThyssenKrupp und Siemens "das dritte Unternehmen in Folge, das den sozialen Kompromiss mit den Beschäftigten aufkündigt und trotz Gewinnen Arbeitsplätze vernichtet".

GE machte laut Geschäftsbericht vergangenes Jahr rund 120 Milliarden Dollar Umsatz und nach Steuern einen Gewinn von mehr als acht Milliarden Dollar. Der Siemens-Konkurrent hatte 2016 weltweit rund 300.000 Beschäftigte, in Deutschland beschäftigt das Unternehmen rund 10.000 Menschen an über 50 Orten.

Die News IG Metall reagiert erbost auf geplanten Stellenabbau bei General Electric wurde von AFP am 07.12.2017 in der Kategorie Wirtschaft mit den Stichwörtern D, Unternehmen, Arbeit abgelegt.

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

Weitere Meldungen

Stuttgart 21: Bahn erstattet wegen Käfer-Manipulation Anzeige

Stuttgart - Die Bahn will wegen mutmaßlicher Manipulation an Bäumen im Zuge des umstrittenen Bahnprojektes Stuttgart 21 Anzeige gegen Unbekannt erstatten. Das teilte der Konzern

Mehr
Brexit könnte BASF jedes Jahr 40 bis 60 Millionen Euro kosten

Ludwigshafen - Der bevorstehende Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union könnte für den Chemiekonzern BASF teuer werden. "Wir rechnen allein durch mögliche Zölle und

Mehr
PKV wegen Niedrigzinsen immer stärker unter Druck

Berlin - Die aktuellen Niedrigzinsen bringen die Private Krankenversicherung in Deutschland immer stärker unter Druck. Für Privatpatienten zeichnen sich weiter steigende

Mehr

Top Meldungen

Irland macht bei Posten des EZB-Vize-Präsidenten Weg für Spanier de Guindos frei

Freie Bahn für Spanien: Die irische Regierung hat am Montag ihren Kandidaten für den Posten des Vize-Präsidenten bei der Europäischen Zentralbank (EZB) zurückgezogen. Beim Treffen

Mehr
Irland zieht Kandidatur für Posten des EZB-Vize-Präsidenten zurück

Die irische Regierung hat die Kandidatur ihres Notenbankchefs für den Posten des Vize-Präsidenten bei der Europäischen Zentralbank (EZB) zurückgezogen. Der irische Finanzminister

Mehr
Elektroautos in der Warteschleife


Beim Thema Elektroauto sind viele Hersteller offenbar vom Erfolg und der Nachfrage überrascht worden. Laut einer Umfrage der Zeitschrift "Automobilwoche" müssen sich

Mehr