Wirtschaft

IG Metall will Ende der Machtkämpfe bei Thyssenkrupp

  • 7. Dezember 2017, 10:29 Uhr
Bild vergrößern: IG Metall will Ende der Machtkämpfe bei Thyssenkrupp
Thyssenkrupp
dts

.

Anzeige

Essen - Die Gewerkschaft IG Metall hat alle Verantwortlichen und Beteiligten beim Essener Industriekonzern Thyssenkrupp zur Vernunft aufgerufen. Anlässlich der Aufspaltungs-Forderungen des Großaktionärs Cevian und des Konflikts um die Abspaltung der Stahlsparte sagte Markus Grolms, der für die IG Metall stellvertretender Chefaufseher des Konzerns ist, der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (Donnerstagsausgabe): "Die Machtkämpfe müssen ein Ende haben. Es kann nicht sein, dass es hier um Macht und Interessen von Einzelnen geht."

Thyssenkrupp sei Existenzgrundlage für 160.000 Beschäftigte. "Für die Menschen ist das keine Machtfrage, sondern eine Überlebensfrage." Grolms forderte alle Beteiligten, auch die Krupp-Stiftung und die Politik auf, "ergebnisoffen" zu diskutieren, was für die Beschäftigten aller Konzernteile "ein wirtschaftlicher und tragfähiger Weg nach vorn" sei.

Zuvor hatte der schwedische Finanzinvestor Cevian, mit gut 15 Prozent zweitgrößter Anteilseigner von Thyssenkrupp, eine Aufspaltung des Konzerns gefordert und den Verkauf der lukrativen Aufzugsparte ins Spiel gebracht. Aufsichtsratschef Ulrich Lehner hatte empört reagiert und Cevian vorgeworfen, dem Unternehmen zu schaden. Dieser Machtkampf entbrennt mitten in der entscheidenden Phase um die geplante Fusion der Stahlsparte mit dem indischen Tata-Konzern. Die Gespräche zwischen Vorstand und IG Metall über die Auswirkungen der Fusion auf die Beschäftigten stocken, die Gewerkschaft hat dem Vorstand ein Ultimatum bis 22. Dezember gesetzt und erklärt, über das Angebot die Beschäftigten aller Standorten abstimmen zu lassen.

Aufsichtsratsvize Grolms nannte den neuen Konflikt zwischen Cevian und Vorstand ein "Schmierentheater", welches aufhören müsse. "Selbst ein geldgieriger Investor hat eine Verantwortung gegenüber dem Gesamtkonzern und seinen Beschäftigten." Doch auch der Vorstand um Konzernchef Heinrich Hiesinger wolle "unbeirrt seinen Weg gehen". Und: "Die Investoren wollen Profit. Stiftung, Bundes- und Landesregierung wollen mit nichts etwas zu tun haben - so kann das doch nichts werden". Grolms zeigte sich enttäuscht über die Zurückhaltung der Krupp-Stiftung als nach wie vor größter Anteilseignerin. "Lose Bekenntnisse zu Hiesinger reichen in dieser Phase nicht mehr aus, die Stiftung muss sich endlich einmischen", sagte er der Zeitung.

ANZEIGE

Die News IG Metall will Ende der Machtkämpfe bei Thyssenkrupp wurde von dts am 07.12.2017 in der Kategorie Wirtschaft mit den Stichwörtern Wirtschaft, Deutschland, Unternehmen, Industrie, Arbeitsmarkt abgelegt.

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

Weitere Meldungen

Saudi-Arabien und Russland erwägen Steigerung der Ölproduktion ab Juli

Saudi-Arabien und Russland, die zusammen mit weiteren Ländern seit 2017 die Ölproduktion deckeln, erwägen ab Juli eine Abkehr von dieser Strategie: Der saudiarabische

Mehr
Bayer will Monsanto-Übernahme "in Kürze" abschließen

Die geplante Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto durch Bayer könnte nach Angaben des Chemiekonzerns schon bald abgeschlossen zu sein. "Nach fast zwei Jahren intensiver

Mehr
VdK-Präsidentin will bessere Rahmenbedingungen für Pflegeberuf

Berlin - Die neue Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Verena Bentele, hat bessere Rahmenbedingungen für den Pflegeberuf gefordert. "Der Pflegeberuf muss attraktiver werden –

Mehr

Top Meldungen

Sehr gute Geschäftslage - aber etwas weniger optimistische Erwartungen bei Firmen

Deutschlands Unternehmen machen derzeit sehr gute Geschäfte und blicken auch optimistisch in die Zukunft. Der Ifo-Geschäftsklimaindex blieb im Mai stabil bei 102,2 Punkten, wie

Mehr
Ifo-Geschäftsklimaindex im Mai auf 102,2 Punkte gestiegen

München - Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Mai leicht gestiegen. Der Index steht im fünften Monat des Jahres bei 102,2 Zählern, teilte das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung

Mehr
Datenschutzbeauftragte nennt neue EU-Regeln "Meilenstein" für Schutz der Bürger

Die Datenschutzbeauftragte des Bundes, Andrea Voßhoff, hat die neuen Datenschutzregeln der EU als "Meilenstein" für den Schutz der Bürger bezeichnet. Diese würden künftig "den

Mehr