Technologie

EU-Parlamentsausschuss lehnt Vorstoß zur Online-Verwertung von Filmen ab

  • 21. November 2017, 13:08 Uhr
Bild vergrößern: EU-Parlamentsausschuss lehnt Vorstoß zur Online-Verwertung von Filmen ab
Blick auf Parlament in Straßburg
Bild: AFP

Im Europaparlament ist ein von der Filmindustrie heftig kritisierter Vorstoß zur Änderung des Urheberrechts vom zuständigen Rechtsausschuss abgelehnt worden. Eine Mehrheit der Ausschussmitglieder stimmte gegen den Vorschlag der EU-Kommission.

Anzeige

Im Europaparlament ist ein von der Filmindustrie heftig kritisierter Vorstoß zur Änderung des Urheberrechts vom zuständigen Rechtsausschuss abgelehnt worden. Eine Mehrheit der Ausschussmitglieder stimmte gegen den Vorschlag der EU-Kommission, nach dem eine Lizenz für die Online-Ausstrahlung von Spielfilmen in den Mediatheken von Rundfunkanstalten künftig im Regelfall für alle 28 EU-Staaten geltend sollte. Davor hatten im vergangenen Jahr zahlreiche Vertreter der Branche - unter ihnen mehr als 80 namhafte europäische Regisseure - in einem Appell gewarnt, weil sie erhebliche finanzielle Einbußen für die Filmindustrie fürchten.

Rückendeckung erhielten die Filmemacher im Rechtsausschuss vor allem von Christdemokraten und Liberalen. Sie setzten durch, dass die Filmindustrie von der neuen so genannten SatKab-Online-Richtlinie ausgenommen wird. Damit bleibt es bei der bisherigen Regelung, wonach Produzenten ihre Urheberrechte in den unterschiedlichen Mitgliedsländern einzeln an Fernsehsender verkaufen dürfen. Für aktuelle Programme - etwa Nachrichtensendungen - soll laut der Vorlage hingegen eine EU-weit gültige Lizenz eingeführt werden. 

Damit sei eine Balance zwischen den Interessen der Internet-Nutzer und denen der Filmindustrie erzielt worden, sagte die CSU-Abgeordnete Angelika Niebler. Ziel sei es, kulturelle Vielfalt und Kreativität in Europa zu schützen. Der Berichterstatter des Parlaments, Timo Wölken (SPD) kritisierte hingegen das Votum. Vor allem Konservative hätten die "Interessen einiger Filmkonzerne über die von Millionen europäischer Bürger gestellt". 

Die Vorlage geht nun an das Plenum, das darüber vermutlich im Januar abstimmen wird. Anschließend beginnen die Verhandlungen zwischen Parlament und dem Rat der 28 EU-Staaten.  

Die News EU-Parlamentsausschuss lehnt Vorstoß zur Online-Verwertung von Filmen ab wurde von AFP am 21.11.2017 in der Kategorie Technologie mit den Stichwörtern EU, Filmwirtschaft, Fernsehen, Internet, Freizeit abgelegt.

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

Weitere Meldungen

Verband: Online-Handel vor Weihnachten boomt

Der Online-Handel beschert dem Weihnachtsgeschäft der Einzelhändler gute Umsätze. In den Innenstädten ging die Nachfrage vor dem dritten Advent dagegen zurück, wie eine am Sonntag

Mehr
Roboter lernen Feinfühligkeit


Für eine bessere Kommunikation zwischen Mensch und Roboter müssen letztere noch viel lernen. Denn dazu gehört mehr, als Sprache zu verstehen und einzusetzen. Der Roboter

Mehr
Regulierungsbehörde beschließt Aus für Netzneutralität in den USA

Die US-Telekommunikationsaufsicht FCC hat am Donnerstag die Regelungen zur Netzneutralität aufgeweicht. Der Vorstand votierte mit drei gegen zwei Stimmen für den Entwurf des von

Mehr

Top Meldungen

Versicherer: Keine Hoffnung mehr auf Infrastrukturprojekte

Berlin - Die Hoffnung der Versicherer, sich an Infrastrukturprojekten in Deutschland zu beteiligen, haben sich weitgehend zerschlagen. "Wenn ich die politische Landschaft richtig

Mehr
Studie: Weibliche Vorstände verdienen weniger als Männer

Berlin - In den Vorständen und Aufsichtsräten der börsennotierten Unternehmen in Deutschland klafft eine Gehaltslücke zwischen Mann und Frau. Dies ist das zentrale Ergebnis einer

Mehr
BER-Aufsichtsratschef: Neuer Starttermin kann gehalten werden

Berlin - Der Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB), Rainer Bretschneider, geht davon aus, dass der neue Starttermin für den Flughafen BER im Herbst

Mehr