Politik

Schulz fürchtet Ansehensverlust Deutschlands in Europa

  • 15. November 2017, 05:00 Uhr
Bild vergrößern: Schulz fürchtet Ansehensverlust Deutschlands in Europa
Martin Schulz
dts

.

Anzeige

Berlin - Der SPD-Chef und ehemalige EU-Parlamentspräsident Martin Schulz fürchtet einen Ansehensverlust Deutschlands in Europa wegen der langwierigen Verhandlungen von Union, FDP und Grünen zur Regierungsbildung. "In Europa besteht große Sorge, ob den Verhandlungsparteien der Ernst der Lage auf dem Kontinent bewusst ist", sagte Schulz dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Mittwochsausgaben).

Unter früheren Bundeskanzlern wie Helmut Schmidt oder Helmut Kohl sei Deutschland der Motor der europäischen Einigung gewesen. "Wir müssen aufpassen, dass die kommende Regierung nicht zum Kolbenfresser der EU wird", sagte Schulz. Insbesondere die FDP kritisierte der ehemalige EU-Parlamentspräsident: "Die FDP hat als Klientelpartei nicht den Blick für das große Ganze. Das hat sie schon bewiesen als es um die Rettung des Euro ging und sie dagegen stimmte", sagte Schulz.

"Die Schwampel wird Europa nicht voranbringen, deshalb versündigt sie sich an der Zukunft unseres Landes." Schulz forderte, die Verhandlungen zu einem baldigen Abschluss zu bringen, da die Parteien "für royale Balkon-Fotos" nicht gewählt worden seien. "Die Vorzüge der europäischen Einigung, der wirtschaftliche Erfolg, der Frieden, der auf unserem Kontinent herrscht, dürfen nicht zu Selbstverständlichkeiten verkommen", so der SPD-Politiker. "Nur so können wir den Kampf gegen die Feinde Europas, gegen die Populisten gewinnen."


ANZEIGE

Die News Schulz fürchtet Ansehensverlust Deutschlands in Europa wurde von dts am 15.11.2017 in der Kategorie Politik mit den Stichwörtern Politik, Deutschland, EU abgelegt.

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

Weitere Meldungen

Außen-Staatsminister erinnert an Europa-Pläne im GroKo-Vertrag

Berlin - Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth (SPD), warnt die eigene Partei vor einem Nachgeben bei der Umsetzung der Europa-Vereinbarungen im Koalitionsvertrag.

Mehr
Von der Leyen will Mehrheitsentscheidungen in der EU

Berlin - Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat eine gemeinsame europäische Außenpolitik und Mehrheitsentscheidungen in der EU angemahnt. "Der

Mehr
Albaniens Premier Rama fordert klare EU-Aufnahmeperspektive

Tirana - Der albanische Ministerpräsident Edi Rama hat an die Politiker in Deutschland appelliert, der von der Europäischen Kommission empfohlenen Aufnahme von

Mehr

Top Meldungen

Deutschland hat durch Niedrigzinsen 162 Milliarden Euro gespart

Berlin - Der Bund hat seit Ausbruch der Finanzkrise 2008 insgesamt 162 Milliarden Euro an Zinsausgaben gespart. Das berichtet das "Handelsblatt" (Dienstagausgabe) unter Berufung

Mehr
Experten: Riestern wirft kaum noch Rendite ab

Die Riester-Rente ist in ihrer derzeitigen Ausgestaltung wegen der niedrigen Zinsen nicht mehr zeitgemäß und wirft kaum Rendite ab. Kunden, die bereit seien, ein höheres Risiko

Mehr
Löhne angesichts des Arbeitskräftemangels laut Bundesbank nur moderat gestiegen

Die Löhne in Deutschland sind angesichts des aktuellen Wirtschaftsbooms nur moderat gestiegen. Dennoch war der Lohnanstieg höher als in der letzten Boomphase vor der Finanzkrise

Mehr