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Leistungsniveau von Grundschülern in Deutsch und Mathematik gesunken

  • 13. Oktober 2017, 16:25 Uhr
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KMK stellt Studie zu Leistungen von Grundschülern vor
Bild: AFP

Große Sorgen um das Niveau an Deutschlands Grundschulen: In Deutsch und Mathematik sind die Leistungen von Viertklässlern zum Teil stark abgesackt. Auch zwischen den Bundesländern gibt es erhebliche Unterschiede.

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Große Sorgen um das Niveau an Deutschlands Grundschulen: In Deutsch und Mathematik sind die Leistungen von Viertklässlern zum Teil stark abgesackt. Zwischen 2011 und 2016 sank das Kompetenzniveau in Rechtschreibung und Mathematik, wie eine von der Kultusministerkonferenz (KMK) am Freitag vorgestellte Studie ergab. Lediglich im Lesen blieb das Niveau stabil. Zudem ändert sich durch Zuwanderung und Inklusion die Schülerschaft. 

Das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) der Berliner Humboldt-Universität überprüfte für die Kultusminister der Länder im vergangenen Jahr in allen 16 Bundesländern das Leistungsniveau in den Fächern Deutsch und Mathematik. An den Tests nahmen fast 30.000 Schüler in rund 1500 Grund- und Förderschulen teil. Die IQB-Bildungstrends zeigten erstmals, wie sich die Leistungen innerhalb von fünf Jahren veränderten. 

Das Ergebnis fiel ernüchternd aus: Der Anteil der Kinder, die die Regelstandards im Bereich Orthografie erreichen oder übertreffen, sank laut KMK zwischen 2011 und 2016 von 65 auf 55 Prozent. In Mathematik fiel dieser Anteil von 68 auf 62 Prozent. Auch im Bereich Zuhören, der in das Fach Deutsch fällt, gab es eine negative Entwicklung.

Zwischen den Bundesländern gibt es dabei erhebliche Unterschiede. In Bayern gelingt es laut der Studie in Deutsch und Mathematik "durchgängig besonders gut, die Regel- und Mindeststandards zu sichern". Auch die Ergebnisse für Sachsen fielen demnach für beide Fächer "recht günstig" aus. Dagegen würden in Bremen und Berlin in allen Kompetenzbereichen die Mindeststandards häufiger verfehlt als dies deutschlandweit der Fall sei, heißt es in der Untersuchung.

Die sogenannten IQB-Bildungstrends zeigten zudem, dass sich die Schülerschaft durch Zuwanderung und Inklusion deutlich verändert. Der Anteil der Viertklässler mit Zuwanderungshintergrund lag der KMK zufolge im Jahr 2016 bei rund 34 Prozent und stieg damit um mehr als ein Drittel im Vergleich zum Jahr 2011. Zudem gehen mehr Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf auf eine allgemeine Grundschule. 

Die Bedingungen in den Schulen hätten sich gewandelt, erklärte die amtierende KMK-Vorsitzende, Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). Die zunehmend heterogen zusammengesetzte Schülerschaft stelle alle Länder vor große Herausforderungen. Die Ergebnisse der Studie zeigten "einen bundesweiten Handlungsbedarf bei der Förderung in den Kernfächern Deutsch und Mathematik".

Der Deutsche Lehrerverband zeigte sich entsetzt über die Studienergebnisse. "Ein hochtechnisiertes Industrieland und ein Kulturstaat wie Deutschland darf sich nicht damit abfinden, dass innerhalb von fünf Jahren bei den grundlegenden Kulturtechniken wie Lesen, Zuhören, Schreiben und Rechnen derart massive Leistungsabfälle zu beobachten sind", erklärte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger. Zudem gebe es zwischen den Bundesländern dermaßen große Unterschiede, dass nicht mehr von vergleichbaren Bildungschancen gesprochen werden könne.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warf den Bundesländern vor, die Grundschulen vernachlässigt und zu wenig Lehrer ausgebildet zu haben. "Der aktuelle Lehrkräftemangel ist hausgemacht, weil die Länder den Grundschullehrerberuf nicht attraktiv gestaltet haben", erklärte GEW-Vorstandsmitglied Ilka Hoffmann.

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