Technologie

Bundestagsgutachten empfiehlt Kontrolle von Internet-Algorithmen

  • 13. Oktober 2017, 07:27 Uhr
Bild vergrößern: Bundestagsgutachten empfiehlt Kontrolle von Internet-Algorithmen
Frau mit Tablet
dts

.

Anzeige

Berlin - Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages sieht Bedarf für eine schärfere Kontrolle der von Internetunternehmen wie Google oder Facebook verwendeten Algorithmen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten der Parlamentsjuristen, über das das "Handelsblatt" berichtet.

Nach derzeitiger Rechtslage stünden die Nutzer solcher Plattformen zwar "nicht schutzlos" da, heißt es in der Expertise unter Hinweis auf das Telemediengesetz sowie das Wettbewerbsrecht. "Dennoch besteht Bedarf an weiterführenden Regelungen im Bereich der Algorithmenkontrolle". Insbesondere dann, wie es in dem Gutachten heißt, "wenn wettbewerbliche Marktmechanismen nicht zu einem angemessenen Angebot von Diensten mit hinreichend transparenten Selektionskriterien führen". Bei den gegebenen Markverhältnissen sei das derzeit offenbar der Fall.

Die europarechtlichen Möglichkeiten für eine Regulierung halten die Experten für nicht weitgehend genug. Die im nächsten Jahr in Kraft tretende EU-Datenschutzgrundverordnung habe zwar "grundsätzlich das Potential, für mehr Transparenz im Umgang mit Algorithmen im Internet zu sorgen", schreiben sie. Allerdings habe das Gutachten gezeigt, "dass bei der Erreichung des Ziels, das Wissens- und Machtungleichgewicht zwischen Nutzer und Dienste-Anbieter aufzulösen und gleichzeitig mehr Transparenz und Nutzerautonomie zu schaffen, algorithmen-spezifische Gesetzgebung ebenfalls ein gangbarer Weg sein kann". Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) bekräftigte seine Forderung nach einem Antidiskriminierungsgesetz für Algorithmen.

"Technischer Fortschritt darf nicht zu gesellschaftlichem Rückschritt führen, und deshalb brauchen wir einen rechtlichen Ordnungsrahmen, der viel Raum für Innovationen bietet, aber den Einsatz von diskriminierenden Algorithmen verhindert", sagte Maas dem "Handelsblatt". Nötig sei zudem ein Transparenzgebot für Algorithmen. "Nutzerinnen und Nutzer müssen verlässlich einschätzen können, ob das Netz versucht, sie zu beeinflussen, und sie müssen selbstbestimmt entscheiden können, welche Filter und Personalisierungen sie in der digitalen Welt akzeptieren wollen und welche nicht."

Die News Bundestagsgutachten empfiehlt Kontrolle von Internet-Algorithmen wurde von dts am 13.10.2017 in der Kategorie Technologie mit den Stichwörtern Wirtschaft, Deutschland, Internet abgelegt.

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

Weitere Meldungen

Sword Art Online: Hollow Realization kommt auf den PC


Bisher gab es das Anime-Spiel "Sword Art Online: Hollow Realization" nur für Konsolen. Damit ist jetzt Schluss, denn am 27. Oktober können auch PC-Spieler über Steam in

Mehr
Elf Prozent der Jugendlichen können programmieren

Berlin - Elf Prozent der Jugendlichen im Alter von zehn bis 18 Jahren sind in der Lage, eigene Programme zu schreiben oder Webseiten zu erstellen. Dies geht aus einer Umfrage von

Mehr
So könnte die intelligente Wohnung aussehen

Per Sprache das Licht und die Musik steuern, die Temperatur regeln oder ein Taxi bestellen. Das sind Dinge, die unser vernetztes Zuhause bereits heute leistet. Viele Aspekte

Mehr

Top Meldungen

PSA-Chef kündigt umfangreiche Hilfen für Opel an

Paris - Der Vorstandschef des französischen Automobilherstellers PSA Peugeot Citröen, Carlos Tavares, hat dem Tochterunternehmen Opel umfangreiche Hilfen für eine Sanierung

Mehr
Unions-Fraktionsvize: "Schwarze Null" nicht über Bord werfen

Berlin - Die Union will den bisherigen finanzpolitischen Kurs eines Bundeshaushalts ohne Neuverschuldung auch in einer Jamaika-Koalition fortsetzen. "Wir sollten die neue

Mehr
Jugenderwerbslosenquote in Deutschland 2016 EU-weit am niedrigsten

Wiesbaden - Die Jugenderwerbslosenquote hat in Deutschland im Jahr 2016 mit 7,1 Prozent ihren niedrigsten Stand seit Beginn der 1990er Jahre erreicht: Das war EU-weit der

Mehr