Brennpunkte

23 Menschen sterben durch Feuer in Religionsschule in Malaysia

  • 14. September 2017, 13:46 Uhr
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Die vom Feuer schwer beschädigte Schule in Kuala Lumpur
Bild: AFP

Bei einem Feuer im Schlafsaal einer Religionsschule in Malaysia sind 23 Menschen ums Leben gekommen. 21 Schüler und zwei erwachsene Aufseher seien nach Behördenangaben entweder am Rauch erstickt oder kamen in den Flammen um.

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Bei einem Feuer im Schlafsaal einer Religionsschule in Malaysia sind 23 Menschen ums Leben gekommen. 21 Schüler und zwei erwachsene Aufseher seien entweder am Rauch erstickt oder in den Flammen umgekommen, sagte Gesundheitsminister S. Subramaniam am Donnerstag. Das Unglück ereignete sich in den frühen Morgenstunden in einer Religionsschule im Zentrum der Hauptstadt Kuala Lumpur. 

Nach Angaben der Feuerwehr brach das Feuer in einem Schlafsaal des zweistöckigen Gebäudes aus. Für die Opfer gab es kein Entkommen: Die einzige Tür zu dem Saal im Obergeschoss war durch das Feuer unpassierbar, vor den Fenstern waren Metallgitter angebracht. Der Brand konnte binnen einer Stunde gelöscht werden, er richtete großen Schaden an. Örtliche Medien zeigten Bilder von rußgeschwärzten, mit Asche bedeckten Betten. 

14 Schülern gelang die Flucht aus dem Gebäude. Sie hätten ein Gitter herausreißen können und seien dann gesprungen oder hätten sich an Rohren herabgelassen, sagte Gesundheitsminister Subramaniam. Die Toten - mehrheitlich männliche Teenager - wurden aufeinander liegend vorgefunden, was auf eine Panik unter den Schülern hindeute. Zunächst war von 25 Toten die Rede gewesen.

Eine Augenzeugin berichtete von Schreien zur Stunde des muslimischen Morgengebets. "Ich dachte an eine Prügelei", sagte Norhayati Abdul Halim, die gegenüber der Schule wohnt. Am Fenster habe sie das Feuer gesehen. "Sie schrien um Hilfe, aber ich konnte nichts tun", sagte die 46-Jährige. Als die Feuerwehr an der Schule im Stadtzentrum eingetroffen sei, seien die Schreie bereits verstummt gewesen.

Es handele sich um eines der schlimmsten Unglücke der vergangenen 20 Jahre, sagte der Chef des Brandschutz- und Rettungsdienstes, Khirudin Drahman, der Nachrichtenagentur AFP. Die Brandursache sei noch unklar. Die Ermittler vermuteten einen Kurzschluss oder ein defektes Gerät zur Mückenabwehr. 

Die Zeitung "Star" berichtete, dass die Brandschutz- und Rettungsbehörde sich besorgt über die Brandschutzmaßnahmen in unregistrierten und privaten Religionsschulen gezeigt habe. Seit dem Jahr 2015 habe sie mehr als 200 Brände in derartigen Einrichtungen gezählt. Landesweit seien gut 500 sogenannte Tahfis-Schulen registriert, vermutlich gebe es aber noch viel mehr.

Nach Behördenangaben fehlte auch der der betroffenen Schule die korrekte Genehmigung. Vizeregierungschef Ahmad Zahid Hamidi sagte bei einem Ortsbesuch, dass eine Untersuchung eingeleitet worden sei.

Die News 23 Menschen sterben durch Feuer in Religionsschule in Malaysia wurde von AFP am 14.09.2017 in der Kategorie Brennpunkte mit den Stichwörtern Malaysia, Unglücke, Brände abgelegt.

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