Wirtschaft

Entscheidung zu Air Berlin offenbar erst nach der Bundestagswahl

  • veröffentlicht am 14. September 2017, 17:49 Uhr
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Einer der Interessenten: Niki Lauda
Bild: AFP

Die Entscheidung über die Zukunft der insolventen Air Berlin fällt offenbar erst nach der Bundestagswahl und nach dem Berliner Volksentscheid zum Flughafen Tegel. Der Gläubigerausschuss werde erst am 25. September entscheiden, berichtete der 'Tagesspiegel'.

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Die Entscheidung über die Zukunft der insolventen Air Berlin fällt offenbar erst nach der Bundestagswahl und nach dem Berliner Volksentscheid zum Flughafen Tegel. Der Gläubigerausschuss werde erst am 25. September entscheiden, berichtete der "Tagesspiegel" aus Verhandlungskreisen. Für Air Berlin oder Teile der Fluggesellschaft gibt es immer mehr Interessenten: Am Donnerstag legten Ex-Rennfahrer Niki Lauda und der Unternehmer Utz Claassen Angebote vor. 

Die Bieterfrist für Air Berlin läuft bis Freitag am frühen Nachmittag. Der Gläubigerausschuss sollte nach bisherigen Angaben am 21. September tagen. Laut "Tagesspiegel" wollen die Gläubiger aber erst am 25. September eine Entscheidung über einen Zuschlag fällen. Am Tag davor stimmen die Berliner über die Zukunft des innerstädtischen Flughafens Tegel ab - Air Berlin war dort bislang die mit Abstand stärkste Fluggesellschaft.

Der Bieterkreis erweiterte sich nochmals: Der Unternehmer Niki Lauda sagte österreichischen Medien, er wolle gemeinsam mit dem Reisekonzern Thomas Cook und dessen Airline Condor rund 100 Millionen Euro für Teile von Air Berlin bieten. Zusammen wollten sie die einst von ihm gegründete Airline Niki sowie 17 Flugzeuge von Air Berlin erwerben. Die Kombination mit Thomas Cook und Condor sei "ideal", da auf diese Weise eine Auslastung der Flugzeuge gewährleistet werden könne. Condor ist schon länger als potenzieller Käufer von Air Berlin im Gespräch. 

Der Unternehmer Utz Claassen, ehemaliger Chef des Energiekonzerns EnBW, bietet laut "Handelsblatt" zusammen mit Investoren aus den USA, Großbritannien, Singapur und Deutschland ebenfalls rund 100 Millionen Euro für die Airline als Ganzes. Er verspreche die Übernahme der gesamten Belegschaft "unter Voraussetzung angemessener wettbewerbgerechter Vergütungsstrukturen", berichtete die Zeitung. 

Weitere Bieter sind der Nürnberger Textilunternehmer Hans Rudolf Wöhrl und - für Teile - die Lufthansa und laut "Handelsblatt" auch der britische Billigflieger Easyjet. 

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi forderte eine "langfristige und stabile Lösung" für die Beschäftigten. Verdi verlange den Erhalt der Arbeitsplätze und die Sicherung tariflicher Ansprüche der Beschäftigten. Interessenten dürften nicht nur Start- und Landerechte, sondern müssten auch die Beschäftigten übernehmen. Die Bedingungen der Übernahme müssten in fairen Tarifverträgen vereinbart werden.

"Über 8000 Beschäftigte bangen um ihre Arbeitsplätze und haben mit ihren Familien Sorge um ihre Zukunft", erklärte Verdi-Vorstandsmitglied Christine Behle. Viele Beschäftigte aus den Bereichen Technik, Verwaltung und der Kabine fürchteten, ihren Arbeitsplatz zu verlieren.

Begleitet wurde der Bieterkampf zuletzt von etlichen Flugstreichungen am Dienstag und Mittwoch, weil sich nach Unternehmensangaben rund 150 Piloten krankgemeldet hatten. Am Donnerstag sank der Krankenstand deutlich, wie eine Air-Berlin-Sprecherin erklärte. Zwar gebe es noch "leichte Nachwirkungen" der vergangenen Tage sowie der Folgen des Hurrikans "Irma". Insgesamt erwarte die Airline aber einen "normalen Flugbetrieb".

Die News Entscheidung zu Air Berlin offenbar erst nach der Bundestagswahl wurde von AFP am 14.09.2017 in der Kategorie Wirtschaft mit den Stichwörtern D, Österreich, Luftfahrt, Unternehmen, Insolvenzen abgelegt.

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