Technologie

Bundesnetzagentur: 11.000 Beschwerden wegen Ausfällen nach Anbieterwechsel

  • 14. September 2017
Bild vergrößern: Bundesnetzagentur: 11.000 Beschwerden wegen Ausfällen nach Anbieterwechsel
Tastatur
dts

.

Anzeige

Berlin - Der Wechsel des Telefonanbieters verläuft auch fast 20 Jahre nach der Liberalisierung des Marktes immer noch nicht störungsfrei: Allein in diesem Jahr sind in den ersten sieben Monaten rund 11.000 Beschwerden bei der Bundesnetzagentur eingegangen, weil Kunden beim Anbieterwechsel mehr als einen Tag lang ohne Telefon- oder Internetverbindung blieben, berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstag) unter Berufung auf aktuelle Zahlen der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion. Im vergangenen Jahr gingen insgesamt 19.000 Beschwerden ein, 2015 waren es sogar 30.000. "Die Beschwerden über Telefon- und Internetunterbrechungen steigen wieder", sagte Oliver Krischer, Vize-Vorsitzender der Grünen-Bundestagsfraktion, den Funke-Zeitungen.

Die Dunkelziffer dürfte noch erheblich größer sein. "Die Anbieter bekommen das Problem einfach nicht in den Griff oder wollen es vielleicht auch gar nicht." Krischer forderte ein rigoroseres Durchgreifen bei Verstößen. "Für jeden Tag mit nicht funktionierendem Telefon und Internet sollte eine Entschädigung für den Kunden fällig werden. Eine Größenordnung um 100 Euro pro Tag wäre hilfreich, damit die Anbieter einen wirtschaftlichen Druck verspüren, ihre Prozesse besser abzustimmen beziehungsweise mehr Techniker einzustellen." Beim Anbieterwechsel darf die Leitung maximal 24 Stunden lang unterbrochen sein. Dies ist im Telekommunikationsgesetz geregelt. Bei Verstößen greift die Bundesnetzagentur ein, sobald die Mängel der Behörde gemeldet werden.

"Die Bundesnetzagentur hat seit 2014 wegen Verstößen gegen vier große Konzerne Bußgelder über insgesamt rund 300.000 Euro verhängt", sagte Michael Reifenberg, Sprecher der Bundesnetzagentur, den Funke-Zeitungen. Die Gründe für die Ausfallzeiten liegen mal bei Verzögerungen durch die Unternehmen, aber auch daran, dass Leitungen falsch verkabelt werden, erläutert Reifenberg. "Im Gegensatz zum Stromanbieterwechsel muss beim Anbieterwechsel beim Telefon die Leitung physisch umgeschaltet werden, was beim Strom nicht der Fall ist und damit dort Versorgungsausfälle praktisch nicht vorkommen."

Die News Bundesnetzagentur: 11.000 Beschwerden wegen Ausfällen nach Anbieterwechsel wurde von dts am 14.09.2017 in der Kategorie Technologie mit den Stichwörtern Wirtschaft, Deutschland, Telekommunikation, Unternehmen abgelegt.

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

Weitere Meldungen

Geschäftsprozesse dynamischer und flexibler gestalten

In jedem Unternehmen fallen täglich unzählige Daten an, die zu erfassen, bearbeiten und archivieren sind. Moderne Enterprise Content Management-Plattform (ECM) machen es möglich,

Mehr
Eurosport-Sportchef Bauer: "Streaming ist die Zukunft"

Issy-les-Moulineaux - Gernot Bauer, Sportchef von Eurosport, ist von Streaming-Angeboten überzeugt. "Das ist die Zukunft", sagte Bauer der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung".

Mehr
Die App muss weg


Auf fast jedem Smartphone sind bereits einige Apps vorinstalliert. Diese stammen zumeist vom Telefonhersteller oder von den Werbepartnern. In Fachkreisen heißt das

Mehr

Top Meldungen

Dermapharm will mit Börsengang Zukäufe finanzieren

Grünwald - Nach dem geplanten Börsengang will der Arzneikonzern Dermapharm einen Gutteil des Emissionserlöses für Zukäufe im In- und Ausland verwenden. Der Vorstandsvorsitzender

Mehr
Atomkonzern New Areva heißt jetzt Orano

Der französische Atomkonzern New Areva heißt jetzt Orano. Das Unternehmen kündigte die Umbenennung am Dienstag am Firmensitz in La Défense bei Paris an. Der Name stehe für einen

Mehr
Verbraucherschützer: Niki-Deal nachteilig für Geschäftsreisende

Berlin - Deutschlands Verbraucherschützer sehen den Verkauf der Fluggesellschaft Niki an den Firmengründer Niki Lauda skeptisch. "Das neue Angebot mag für Urlauber schön sein,

Mehr