Politik

Ultraorthodoxer Abgeordneter tritt nach Teilnahme an Schwulen-Hochzeit zurück

  • 13. September 2017, 17:21 Uhr
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Der Staat Israel gilt als Vorreiter von LGBT-Rechten n
Bild: AFP

Nach scharfer Kritik aus den eigenen Reihen an seiner Teilnahme an der Schwulen-Hochzeit seines Neffen hat der Abgeordnete der ultraorthodoxen israelischen Schas-Partei, Jigal Getta, sein Mandat niedergelegt. Gettas Tochter verteidigte ihren Vater.

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Nach scharfer Kritik aus den eigenen Reihen an seiner Teilnahme an der Schwulen-Hochzeit seines Neffen hat ein ultraorthodoxer Parlamentsabgeordneter in Israel sein Mandat niedergelegt. Der Politiker Jigal Getta von der religiösen Schas-Partei reichte sein Rücktrittsgesuch am Mittwoch beim Parteivorsitzenden und Innenminister Arje Deri ein, wie seine Tochter Simcha dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk mitteilte.

Die Tochter verteidigte das Vorgehen ihres Vaters: Sie sei stolz, dass er sich loyal gegenüber der Familie verhalten habe, sagte sie.

Getta hatte Ende August in einem Radiointerview berichtet, dass er vor zwei Jahren gemeinsam mit seiner Frau und seinen Kindern an der Hochzeit teilgenommen habe, um seinem Neffen beizustehen. Gleichzeitig aber habe er seinen Kindern deutlich gemacht, dass die Thora gleichgeschlechtliche Ehen verbiete und sie die Hochzeit deshalb nicht als Vorbild nehmen dürften, rechtfertigte er sich.

Dennoch stieß Gettas Vorgehen bei seinen ultraorthodoxen Parlamentskollegen und Rabbinern auf scharfe Kritik. Getta habe damit die religiösen Gesetze verletzt, sagte der Schas-Abgeordnete Jitzchak Waknin dem Militärrundfunk. Schwulen-Hochzeiten seien "komplett und ausnahmslos verboten".

Zwar zählt der Staat Israel zu den Vorreitern bei der Förderung der Rechte von Schwulen und Lesben. Doch bei tiefreligiösen Israelis ist Homosexualität weiterhin tabu, und ultraorthodoxe Parteien haben großen politischen Einfluss. Auch sind standesamtliche Eheschließungen in Israel nicht möglich, für Hochzeiten und Scheidungen sind die religiösen Instanzen zuständig. Gleichgeschlechtliche Hochzeiten werden bis heute nicht anerkannt.

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