Finanzen

Deutlich weniger Selbstanzeigen wegen Steuerhinterziehung

  • 7. September 2017, 18:38 Uhr
Bild vergrößern: Deutlich weniger Selbstanzeigen wegen Steuerhinterziehung
Finanzamt
dts

.

Anzeige

Berlin - Die Zahl der Selbstanzeigen wegen Steuerhinterziehung ist stark rückläufig. Im ersten Halbjahr 2017 haben sich in Deutschland lediglich 1.824 Bürger selbst angezeigt, berichtet das "Handelsblatt" in seiner Freitagausgabe unter Berufung auf eine eigene Umfrage unter den 16 Länderfinanzministerien.

Zwei Bundesländer – Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt – erheben die Zahl der Selbstanzeigen in diesem Jahr nicht einmal mehr. Die meisten Selbstanzeigen gab es im ersten Halbjahr mit 601 in Niedersachsen, gefolgt von Baden-Württemberg mit 275 und Nordrhein-Westfalen mit 254. In Ostdeutschland registrieren die Finanzämter so gut wie keine Selbstanzeigen mehr. In Sachsen meldeten sich zwölf Steuersünder, in Brandenburg ging pro Quartal eine Anzeige ein. Bund und Länder haben daher beschlossen, dass die Länder ab diesem Jahr die Zahl der Selbstanzeigen nicht mehr an den Bund melden müssen.

"In Mecklenburg-Vorpommern werden deshalb hierzu keine gesonderten Erhebungen mehr durchgeführt", teilte das dortige Finanzministerium mit. Im Rekordjahr 2014 hatten sich noch 40.000 Steuerpflichtige selbst angezeigt. Seitdem ist die Zahl rückläufig, im Vorjahr hatten sich kurz vor Jahresende nur rund 4.400 Steuerpflichtige beim Finanzamt gemeldet. Der Grund für den Selbstanzeigen im Boom 2014 waren schärfere Regeln für Selbstanzeigen, die zu Jahresbeginn 2015 in Kraft traten und einem Vorzieheffekt geführt haben.

Außerdem tritt in diesen Tagen ein lange geplantes globales Steuerabkommen in Kraft, durch das mehr als 100 Staaten ihre Steuerdaten automatisch austauschen. Spätestens ab dem 30. September diesen Jahres können Finanzämter sehen, ob Steuerpflichtige ihr Geld im Vorjahr vor dem heimischen Fiskus im Ausland versteckten.

Die News Deutlich weniger Selbstanzeigen wegen Steuerhinterziehung wurde von dts am 07.09.2017 in der Kategorie Finanzen mit den Stichwörtern Finanzen, Deutschland, Finanzindustrie, Steuern abgelegt.

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

Weitere Meldungen

Glatteis-Prüfung vor Fahrt zur Arbeit nicht unfallversichert

Wer vor der Fahrt zur Arbeit die Straße vor der Wohnung auf Glatteis prüft, tut dies auf eigenes Risiko. Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung besteht dabei nicht, wie am

Mehr
"Schulisch initiierte Projektarbeit" Projektarbeit ist unfallversichert

Die immer häufigere Arbeit in schulischen Projektgruppen kann auch außerhalb des Schulgeländes unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung stehen. Das gilt, wenn die

Mehr
Bundessozialgericht verhandelt zwei Fälle der gesetzlichen Unfallversicherung

Das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel verhandelt am Dienstag zwei wichtige Fälle aus dem Bereich der gesetzlichen Unfallversicherung. Im ersten Fall (10.00 Uhr) wollte der

Mehr

Top Meldungen

Elon Musk bleibt Tesla treu


Elon Musk bleibt die Nummer 1 bei Tesla. Der Mitbegründer des Unternehmens und Elektroauto-Pionier hat seinen Vertrag als geschäftsführendes Vorstandsmitglied um weitere

Mehr
Finanzmarktexperten rechnen mit robuster Konjunkturentwicklung in Deutschland

Hoffnungen auf Wachstumsimpulse durch privaten Konsum und ein günstiges weltwirtschaftliches Umfeld sorgen für optimistische Konjunkturerwartungen unter den deutschen

Mehr
Zehn Prozent der Milchbauern haben binnen zwei Jahren aufgegeben

Berlin - Zehn Prozent der Milchbauern haben in den vergangenen zwei Jahren aufgegeben. Das zeigt die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Grünen-Agrarexperten

Mehr