Finanzen

Commerzbank-Chef verlangt Kurswechsel der EZB

  • 5. September 2017, 07:55 Uhr
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Frankfurt/Main - Die Commerzbank hat sich vor der EZB-Ratssitzung am Donnerstag für einen Politik-Wechsel der Notenbank stark gemacht. Die Medizin des billigen Geldes habe in der Euro-Krise geholfen und der Politik Spielräume verschafft, sagte Commerzbank-Chef Martin Zielke dem "Handelsblatt" (Dienstagsausgabe).

"Aber wie bei jedem Medikament gibt es Nebenwirkungen, und die werden größer. Irgendwann müssen sie die Medikamente absetzen, und dafür ist jetzt der richtige Zeitpunkt." Die Commerzbank selbst sei auf steigende Zinsen nicht angewiesen, würde damit aber mehr Geld verdienen, sagte Zielke. Derzeit liege der Fokus aber auf der Gewinnung von Privatkunden.

Der Markt sei schließlich im Umbruch. "Bei solchen Disruptionen geht es nicht um kurzfristige Erfolge, sondern um die strategische Ausrichtung für die Zukunft." Einige Branchenkenner zweifeln allerdings, dass die Commerzbank mit ihren rund 12,5 Millionen Privatkunden in Deutschland auf Dauer mit den Sparkassen und Genossenschaftsbanken mithalten kann. Eine Lösung wäre aus ihrer Sicht eine Fusion des Privatkundengeschäfts von Commerzbank und Deutscher Bank.

Doch Zielke will davon aktuell nichts wissen. "Konsolidierung ist kein Allheilmittel, auch organisch kann man wachsen." Bei möglichen Verlagerungen von Geschäften aus London will die Commerzbank zunächst den Verlauf der Brexit-Verhandlungen abwarten. "Wir sind vorbereitet und flexibel", sagte Zielke. Das gelte auch für die Abwicklung von Derivatgeschäften (Clearing). Sollten hier Änderungen nötig sein, hat Zielke eine klare Präferenz für die Deutsche-Börse-Tochter Eurex in Frankfurt. "Falls es zu einer Verlagerung kommt, wäre es aus meiner Sicht sehr sinnvoll, Eurex zu nutzen."

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