Brennpunkte

Trump bekräftigt Nordkorea-Drohungen trotz internationaler Appelle

  • veröffentlicht am 13. August 2017, 17:05 Uhr
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US-Präsident Donald Trump
Bild: AFP

Trotz internationaler Appelle zur Deeskalation hat US-Präsident Donald Trump im Konflikt mit Nordkorea seine Drohung mit 'militärischen Maßnahmen' bekräftigt.

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Trotz internationaler Appelle zur Deeskalation hat US-Präsident Donald Trump im Konflikt mit Nordkorea seine Drohung mit "militärischen Maßnahmen" bekräftigt. Die US-Regierung sei "mit ihren Alliierten" bereit, jeder Bedrohung durch Nordkorea mit "der ganzen Bandbreite diplomatischer, wirtschaftlicher und militärischer Maßnahmen" zu begegnen, erklärte das Weiße Haus am Wochenende. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) warf Trump vor, "vom eigenen Golfclub heraus das Inferno zu beschwören".

Gabriel bezeichnete in den Zeitungen des Redaktionsnetzwerk Deutschland (Montagsausgaben) Trump als "verantwortungslos". Der US-Präsident mache Urlaub und rede "nebenbei mal eben über Höllenfeuer und Wut", kritisierte der SPD-Politiker. Er appellierte an die USA und Südkorea, das bevorstehende Militärmanöver beider Staaten "so wenig provokativ wie möglich" abzuhalten. Das Manöver könne dazu führen, "dass Nordkorea die Gelegenheit zu neuen Provokationen nutzt, zum Beispiel, um eine  Mittelstreckenrakete auf Guam abzufeuern".

Trump hatte bei einem Telefongespräch mit seinem französischen Kollegen Emmanuel Macron am Samstag über die "zunehmend gefährliche Lage im Zusammenhang mit Nordkoreas destabilisierendem und eskalierendem Verhalten" beraten, wie das Weiße Haus erklärte. Macron forderte in einer Erklärung in Paris eine "abgestimmte, entschlossene und effiziente" Vorgehensweise der Weltgemeinschaft, um Pjöngjang zur "Wiederaufnahme des Dialogs ohne Vorbedingungen" zu bewegen.

Der britische Außenminister Boris Johnson erklärte, das "nordkoreanische Regime" sei die "Ursache des Problems". London arbeite mit den USA und den Partnern in der Region daran, "diese Krise diplomatisch zu beenden".

Chinas Staatschef Xi Jinping forderte Trump dagegen laut einem Bericht des Staatsfernsehens erneut auf, "Worte und Taten" zu vermeiden, welche die ohnehin angespannte Lage auf der Koreanischen Halbinsel verschlimmerten. Alle Beteiligten müssten "Zurückhaltung üben" und "den Weg des Dialogs, der Verhandlungen und einer politischen Lösung weitergehen", sagte Xi. China ist der wichtigste Verbündete Nordkoreas. Auch Russland hatte sich zuvor "alarmiert" über Trumps Wortwahl gezeigt.

Nordkorea droht mit einem Angriff im Gebiet um den US-Außenposten Guam im westlichen Pazifik, wo derzeit etwa 6000 US-Soldaten stationiert sind. Sollte der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un "irgendetwas mit Guam machen", werde er das "bereuen, und zwar schnell", sagte Trump daraufhin auf seinem Golfplatz in Bedminster. Das Weiße Haus teilte mit, US-Armeeeinheiten stünden "bereit", Guam zu verteidigen.

Japan brachte am Samstag seine Raketenabwehr in Stellung. Das System sei in mehreren Städten im Westen des Landes installiert worden, berichteten der Rundfunksender NHK und die Nachrichtenagentur Kyodo News. Auf Fernsehbildern waren Militärfahrzeuge mit entsprechendem Material zu sehen. Die Zeitung "Asahi Shimbun" berichtete zudem von einem vor der Küste stationierten Zerstörer. 

In Richtung Guam abgefeuerte Raketen aus Nordkorea könnten auch japanisches Gebiet überfliegen. Tokio hatte angekündigt, nordkoreanische Raketen abzuschießen, die japanisches Territorium bedrohten.

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann mahnte, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) müsse Trump gegenüber klarstellen, dass es für atomare Präventivschläge der USA gegen Nordkorea von Deutschland keine Unterstützung gebe. "Die Haltung der SPD ist klar: An einer solchen militärischen Auseinandersetzung mit Nordkorea wird sich Deutschland unter keinen Umständen beteiligen", sagte Oppermann dem Berliner "Tagesspiegel" (Sonntagsausgabe).

Laut einer Forsa-Umfrage macht sich derzeit jeder dritte Deutsche (33 Prozent) große Sorge, dass es in Folge des Konflikts zwischen Nordkorea und den USA einen Atomkrieg geben könnte.

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