Brennpunkte

Flüchtlingskommissar glaubt nicht an Zusammenarbeit mit Nordafrika

  • 13. August 2017
Bild vergrößern: Flüchtlingskommissar glaubt nicht an Zusammenarbeit mit Nordafrika
Grenzübergang zwischen Ceuta und Marokko
dts

.

Anzeige

Brüssel - EU-Flüchtlingskommissar Dimitris Avramopoulos hat sich skeptisch über Pläne geäußert, Flüchtlinge bereits in Nordafrika auf eine mögliche Aufnahme in der EU hin zu prüfen. "Die Bearbeitung von Asylanträgen ist komplex – rechtlich, diplomatisch und auch praktisch", sagte Avramopoulos den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagausgaben).

"Wir helfen Migranten, indem wir die Staaten Nordafrikas unterstützen, eigene Asylsysteme zu entwickeln und gut funktionierende Empfangszentren zu gründen." Mit den EU-Mitgliedstaaten arbeite Brüssel an der Neuansiedlung von Migranten mit Anspruch auf internationalen Schutz in Europa. "Dabei unterstützen wir die Mitgliedstaaten finanziell, für 2018 haben wir 377 Millionen Euro beiseitegelegt." Um in Libyen aktiv zu werden, blieben die Bedingungen schwierig, bis das Land stabilisiert sei, sagte Avramopoulos.

"Dafür müssen wir alle Kräfte einsetzen und auch mit den Nachbarländern Libyens arbeiten." Zuvor hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel deutlich gemacht, dass sie den französischen Plan zur Prüfung von Flüchtlingen in libyschen Lagern unterstützt. Die heutige Flüchtlingssituation sei mit der Krise 2015 nicht zu vergleichen, sagte Avramopoulos. "Dank unserer Zusammenarbeit mit der Türkei ist die Zahl der Menschen, die in Griechenland ankommen, um 98 Prozent zurückgegangen", berichtete er.

"Jetzt sehen wir auch, dass in Italien im letzten Monat nur noch halb so viele Menschen angekommen sind wie im Juli 2016." Trotz dieser neuen positiven Trends dürfe die Aufmerksamkeit nicht nachlassen, mahnte der Kommissar. "Wir müssen stets bereit sein, neuen Migrationsbewegungen zu begegnen."

Die News Flüchtlingskommissar glaubt nicht an Zusammenarbeit mit Nordafrika wurde von dts am 13.08.2017 in der Kategorie Brennpunkte mit den Stichwörtern Politik, EU, Asyl abgelegt.

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

Weitere Meldungen

Peter Jackson wirft Weinstein Schmutzkampagne gegen Schauspielerinnen vor

Der Oscar-prämierte neuseeländische Regisseur Peter Jackson hat dem früheren Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein eine Schmutzkampagne in den 90er Jahren gegen Schauspielerinnen

Mehr
Nach Schulbusunfall in Südfrankreich noch zehn Menschen in Lebensgefahr

Nach dem Zusammenstoß eines Schulbusses mit einem Zug in Südfrankreich schweben noch zehn Menschen in Lebensgefahr. Das teilte die Präfektur der östlichen Pyrenäen in der Nacht

Mehr
Bericht: Attentäter Amri hatte auch Alexanderplatz und Berliner Dom im Visier

Der Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz, Anis Amri, hatte laut einem Pressebericht in der Hauptstadt auch den Alexanderplatz und den Bereich am Berliner Dom als mögliche

Mehr

Top Meldungen

Umfrage: 85 Prozent der Unternehmer wollen Steuerreform

Berlin - Die Unternehmer in Deutschland erwarten von der neuen Bundesregierung vor allem eine Steuerreform. Sie soll besonders kleine und mittlere Unternehmen entlasten, wie aus

Mehr
Regulierungsbehörde beschließt Aus für Netzneutralität in den USA

Die US-Telekommunikationsaufsicht FCC hat am Donnerstag die Regelungen zur Netzneutralität aufgeweicht. Der Vorstand votierte mit drei gegen zwei Stimmen für den Entwurf des von

Mehr
Bericht: Bahn hat neue ICE-Strecke offenbar zu wenig getestet

Berlin - Die Probleme auf der neuen Bahnstrecke München–Berlin sind offenbar auf eine verfrühte Inbetriebnahme der Route zurückzuführen. Das berichtet das "Redaktionsnetzwerk

Mehr