Wirtschaft

Rhön-Klinikum rechnet mit mehr künstlicher Intelligenz in der Medizin

  • 12. August 2017, 14:11 Uhr
Bild vergrößern: Rhön-Klinikum rechnet mit mehr künstlicher Intelligenz in der Medizin
Krankenhaus
dts

.

Anzeige

Bad Neustadt an der Saale - Die Krankenhaus-Betreibergesellschaft Rhön-Klinikum AG rechnet mit mehr künstlicher Intelligenz im deutschen Gesundheitssystem. "Ich bin davon überzeugt, dass die Digitalisierung viel Nutzen bringen wird", sagte Rhön-Klinikum-Vorstandschef Stephan Holzinger der "Welt am Sonntag" (13. August 2017).

"Treffsichere, rasche Diagnosen statt tagelangem Irrlauf durch die Praxen - das erwarten Patienten heutzutage in der App-Economy. Perspektivisch werden wir vermehrt den Einsatz von künstlicher Intelligenz sehen, auch bei der Diagnoseerstellung." Holzinger erwartet vom Gesetzgeber, den technologischen und organisatorischen Wandel in der Gesundheitsbranche besser zu begleiten: "Maßnahmen zur Entbürokratisierung sind dringend notwendig, die politischen Rahmenbedingungen in der Ausbildung sowie in der Gestaltung und Attraktivität des Berufsbilds als Pflegekraft sind bei uns nicht mehr zeitgemäß", sagte er. Krankenhäuser zu schließen, um den Gesundheitssektor zu entlasten, sei keine Lösung: "Es geht nicht um die Schließung kleiner Kliniken zu Gunsten von Großkliniken. Sondern es geht um die Qualität der Patientenversorgung und darum, die drohende Rationierung von Gesundheitsleistungen zu vermeiden. Ziel muss es sein, dass jeder Patient dort behandelt wird, wo die Versorgung zu seiner Erkrankung passt."

Die Rhön-Klinikum AG betreibt Krankenhäuser, Kliniken und Medizinische Versorgungszentren. Das Unternehmen mit rund 16.000 Mitarbeitern ist börsennotiert und Mitglied im SDAX.

Der Kurs der Rhön-Klinikum-Aktie werde derzeit "augenscheinlich von einer gewissen Übernahmefantasie und den Zukäufen der Großaktionäre getrieben", sagte Holzinger. Nach der Gewinnwarnung zu Beginn des Jahres sehe er sein Unternehmen auf Kurs: "Wir sind ein schuldenfreier SDAX-Konzern, haben eine Eigenkapitalquote von über 75 Prozent und derzeit über 250 Millionen Euro Cash auf der hohen Kante - wenn das eine Krise ist, müsste sich die übrige deutsche Wirtschaft wohl bankrott erklären." Für das laufende Jahr geht Holzinger von einem operativen Gewinn zwischen 85 und 105 Millionen Euro aus. "Es ist wahrscheinlich, dass wir am oberen Ende dieser Ergebnisspanne ankommen", so Holzinger. Dennoch sieht der Rhön-Klinikum-Chef Verbesserungsbedarf: "Mit Blick auf das operative Geschäft müssen wir klar besser werden. Unsere Reklamationsquoten bei Abrechnungen gegenüber den Kostenträgern sind zu hoch, weil wir wichtige interne Prozesse noch nicht gut genug im Griff haben. Auch unsere Materialquote ist trotz Sondereinflüssen deutlich höher als bei den Wettbewerbern."

Die News Rhön-Klinikum rechnet mit mehr künstlicher Intelligenz in der Medizin wurde von dts am 12.08.2017 in der Kategorie Wirtschaft mit den Stichwörtern Wirtschaft, Deutschland, Gesundheit, Unternehmen abgelegt.

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

Weitere Meldungen

Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im September gestiegen

Wiesbaden - Der saison-, arbeitstäglich- und preisbereinigte Auftragseingang im Bauhauptgewerbe war im September 2017 um 1,5 Prozent höher als im Vorjahresvergleich. Im

Mehr
Avaloq will in Deutschland expandieren

Zürich - Das Schweizer Fintech-Unternehmen Avaloq geht in Deutschland auf Expansionskurs: "Deutschland ist unser größter Wachstumsmarkt", sagte Avaloq-Chef Francisco Fernandez

Mehr
Arbeitgeberpräsident will Alternativangebot für Siemens-Mitarbeiter

Berlin - Im Streit um drohende Standortschließungen bei Siemens verwahrt sich der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Ingo Kramer, gegen

Mehr

Top Meldungen

Cevian-Gründer attackiert Thyssenkrupp-Chef Hiesinger

Essen - Der Mitgründer des streitbaren Investors Cevian greift Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger frontal an. "Die Strategie hat bisher nicht das geliefert, was man versprochen

Mehr
Siemens-Aufsichtsrat Kerner: "Dahin gehen, wo es weh tut"

München - Siemens-Aufsichtsrat Jürgen Kerner vermisst im Streit um Standortschließungen echte Gesprächsbereitschaft der Konzernleitung. Er erwarte, dass nicht nur

Mehr
IT-Sicherheitsforscher knacken Schutz von 31 Banking-Apps

Berlin - Zwei IT-Sicherheitsforschern ist es gelungen, Schutzmaßnahmen von 31 Finanz-Apps auszuhebeln. Für kriminelle Hacker könnte es damit möglich sein, Geld von Bankkunden

Mehr