Politik

Muslimische Gläubige boykottieren Jerusalemer Tempelberg

  • veröffentlicht am 17. Juli 2017, 18:13 Uhr
Bild vergrößern: Muslimische Gläubige boykottieren Jerusalemer Tempelberg
Junger Palästinenser wird vor Tempelberg festgenommen
Bild: AFP

Aus Protest gegen die Anbringung von Metalldetektoren und Überwachungskameras auf dem Jerusalemer Tempelberg sind die muslimischen Gläubigen am Montag dem Areal mit der Al-Aksa-Moschee und dem Felsendom ferngeblieben.

Anzeige

Aus Protest gegen die Anbringung von Metalldetektoren und Überwachungskameras auf dem Jerusalemer Tempelberg sind die muslimischen Gläubigen am Montag dem Areal mit der Al-Aksa-Moschee und dem Felsendom ferngeblieben. Mehrere hundert von ihnen folgten einer Aufforderung der palästinensischen Religionsbehörden und beteten außerhalb des Geländes.

Am Ende ihrer Gebete riefen die Gläubigen Parolen wie "Für Dich, Al-Aksa -Moschee, opfern wir unsere Seele und unser Blut." Die israelische Polizei forderte die Gläubigen auf, den Ort zu verlassen.

Als Reaktion auf einen tödlichen Angriff auf zwei israelische Polizisten in der Altstadt von Jerusalem hatte Israel den Zugang zum Tempelberg am Freitag ohne Rücksprache mit der muslimischen Frommen Stiftung (Wakf) geschlossen. Diese verwaltet die jüdischen und muslimischen Gläubigen gleichermaßen heilige Stätte. Israel ist für die Sicherheit zuständig.  

Bereits am Sonntag, als eine teilweise Wiedereröffnung des Tempelbergs erfolgte, hatten sich viele Muslime aus Protest gegen die neuen Überwachungsmaßnahmen geweigert, das Gelände zu betreten. Insgesamt wurden fünf mit Metalldetektoren und Überwachungskameras ausgestattete Zugänge wieder geöffnet. Die israelische Polizei teilte am Montag mit, die übrigen Zugänge würden ebenfalls damit ausgerüstet.

Die neuen Sicherheitsvorkehrungen heizen die Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern weiter an. Am Sonntagabend gab es Zusammenstöße zwischen Polizisten und Palästinensern, die sich vor einem der Zugänge versammelt hatten. Nach Angaben des palästinensischen Roten Halbmonds gab es dabei 17 Verletzte.

Der Tempelberg (Arabisch: Al-Haram Al-Scharif) ist das drittwichtigste Heiligtum des Islams nach Mekka und Medina. An ihm befindet sich auch die jüdische Klagemauer, einziger Überrest des von den Römern im Jahr 70 zerstörten Zweiten Jüdischen Tempels.

Israelische Fallschirmjäger hatten im Sechs-Tage-Krieg 1967 die damals jordanische Altstadt von Jerusalem mit dem Tempelberg besetzt. Die später erfolgte Annektierung Ost-Jerusalems durch Israel wird von den Vereinten Nationen nicht anerkannt. 

In einer Stadt im Norden Israels wurden in der Nacht zum Montag zwei Moscheen angegriffen. Nach Angaben der Polizei wurde auf eine Moschee in Maghar eine Blendgranate abgefeuert, auf eine zweite wurde geschossen. Verletzt wurde niemand, auch Schäden wurden nicht verzeichnet.

Die News Muslimische Gläubige boykottieren Jerusalemer Tempelberg wurde von AFP am 17.07.2017 in der Kategorie Politik mit den Stichwörtern Nahost, Israel, Palästinenser abgelegt.

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

Weitere Meldungen

Parlamentswahl in Neuseeland bringt keine klare Regierungskoalition hervor

In Neuseeland könnten Rechtspopulisten künftig mitregieren. Die konservative National-Partei von Regierungschef Bill English entschied die Parlamentswahl am Samstag zwar für sich.

Mehr
Französische Linke drohen Macron auf Großkundgebung mit heißem Herbst

Der französische Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon hat der Regierung einen heißen Herbst mit Massenprotesten gegen die Arbeitsmarktreformen angedroht. "Der Kampf ist nicht zu

Mehr
Schulz: "Wir kämpfen bis zur letzten Minute"

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat um Abschluss seines Wahlkampfes die Entschlossenheit der Sozialdemokraten bekräftigt, bei der Bundestagswahl am Sonntag stärkste Partei zu

Mehr

Top Meldungen

Russland tauft neuen atombetriebenen Eisbrecher

Mit einer feierlichen Champagner-Taufe hat Russland am Freitag den atombetriebenen Eisbrecher "Sibir" zu Wasser gelassen. Das mehr als 173 lange Schiff ist das zweite einer

Mehr
Bericht: Weitere Flugausfälle bei Ryanair befürchtet

Beim irischen Billigflieger Ryanair könnten noch mehr Flüge ausfallen als von dem Unternehmen bereits angekündigt. Die Piloten der Fluggesellschaft fordern, dass die Airline

Mehr
BASF-Chef: Verbrennungsmotor bleibt führend im Individualverkehr

Ludwigshafen - BASF-Chef Kurt Bock erwartet, dass der Verbrennungsmotor auch künftig die führende Antriebstechnologie bleibt. "Im Jahr 2030 wird der Verbrennungsmotor nach wie

Mehr