Lifestyle

Bericht: Türkei wollte Spitzel im Verfassungsschutz platzieren

  • 17. Juli 2017, 15:57 Uhr
Bild vergrößern: Bericht: Türkei wollte Spitzel im Verfassungsschutz platzieren
Bundeskriminalamt (BKA) und Bundesamt für Verfassungsschutz
dts

.

Anzeige

Berlin - Die Türkei hat offenbar versucht, eigene Informanten in das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) einzuschleusen. Dem BfV seien bei Sicherheitsüberprüfungen zuletzt mehrere Bewerber aufgefallen, die im engen Kontakt zum türkischen Geheimdienst MIT gestanden haben sollen, berichtet die "Welt" in ihrer Dienstagsausgabe unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Die Kölner Behörde wollte sich laut Zeitung nicht zu den Details äußern. Auch eine Anfrage an die Botschaft der Türkei sei unbeantwortet geblieben. "Das BfV ist wie jeder andere Nachrichtendienst Ziel von strategischen Einschleusungsversuchen ausländischer Geheimdienste", sagte eine Sprecherin des Verfassungsschutzes. "Deshalb müssen wir als Sicherheitsbehörde besonders wachsam in Bezug auf Bewerber sein."

Da das BfV sein Personal derzeit aufstocke, seien besonders viele Stellen ausgeschrieben. Ein Nachrichtendienstler sagte der Zeitung: "Die verdächtigen Bewerber hatten sich sowohl auf Stellen für türkischsprachige Mitarbeiter als auch auf Jobs in anderen Bereichen des Verfassungsschutzes beworben." Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Stephan Mayer (CSU), kritisierte die mutmaßlichen Spionageversuche der Türkei: "Es liegt natürlich auf der Hand, dass es generell nicht hinnehmbar ist, wenn fremde Geheimdienste unsere Nachrichtendienste zu unterwandern versuchen." Mayer, der auch Mitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium (PKGr) des Bundestages ist, erklärte, es komme "auch nicht darauf an, welches Land diesen Versuch unternimmt".

Sollte ein NATO-Partner dies tun, "wäre es natürlich besonders verwerflich". Er gehe davon aus, dass das Thema das Parlamentarische Kontrollgremium "auch generell" beschäftigen werde. Der Geheimdienstexperte Erich Schmidt-Eenboom ist der Meinung, dass nun geprüft werden müsse, ob gegen enttarnte Bewerber wegen des Verdachts der "Geheimdienstlichen Agententätigkeit" nach Paragraf 99 des Strafgesetzbuches ermittelt werden müsse. "Auch der Versuch ist strafbar", sagte er. Wenn der Verfassungsschutz da zu lasch sei und keine klare Kante zeige, sei die "Abschreckungswirkung für den MIT gleich Null".

Die News Bericht: Türkei wollte Spitzel im Verfassungsschutz platzieren wurde von dts am 17.07.2017 in der Kategorie Lifestyle mit den Stichwörtern Politik, Deutschland, Türkei, Geheimdienste abgelegt.

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

Weitere Meldungen

Steuerbehörde erhält 1,5 Millionen Datensätze zu Auslandskonten

Berlin - Beim Bundeszentralamt für Steuern sind im Rahmen des automatischen Informationsaustauschs 1,5 Millionen Datensätze zu Auslandskonten eingegangen. Das berichtet die "Welt

Mehr
SPD-Chef Schulz bekräftigt Nein zur Großen Koalition

Berlin - SPD-Chef Martin Schulz hat sein Nein zu einer Neuauflage der Großen Koalition für den Fall eines Scheiterns der Jamaika-Sondierungen bekräftigt. Schulz sagte der "Bild

Mehr
Emnid: Union und Grüne steigen in der Wählergunst

Berlin - Im Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Emnid wöchentlich für "Bild am Sonntag" erhebt, steigen Union und Grüne in der Wählergunst. CDU/CSU verbessern sich

Mehr

Top Meldungen

Högl: Merkel muss Siemens zur Chefinnensache machen

Berlin - Eva Högl (SPD), Fraktionsvize im Bundestag und Direktkandidatin des Wahlkreises Berlin-Mitte, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgefordert, den drohenden

Mehr
Deutsche sind zum Pendeln bereit

Berlin - Die Deutschen sind bereit, um ihren Arbeitsplatz zu erreichen, zum Teil erhebliche Pendelzeiten in Kauf zu nehmen. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts

Mehr
Toyota erteilt Absage an Batterieautos: "Tesla ist kein Vorbild"

Toyota - Der japanische Konzern Toyota hält Elektroautos noch nicht für massentauglich. "Batterieautos, die große Reichweiten erzielen, sind sehr teuer und haben lange

Mehr