Brennpunkte

Bericht: Familiennachzug von Flüchtlingen stark gestiegen

  • 17. Juli 2017, 13:38 Uhr
Bild vergrößern: Bericht: Familiennachzug von Flüchtlingen stark gestiegen
Flüchtlinge an einer Aufnahmestelle
dts

.

Anzeige

Berlin - Die Zahl der Familiennachzüge zu Flüchtlingen in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2017 spürbar gestiegen. Im ersten Halbjahr 2017 habe das Auswärtige Amt insgesamt 25.500 Visa für die Familienzusammenführung zu syrischen und irakischen Schutzberechtigten ausgestellt, während es im ersten Halbjahr des Vorjahres 15.500 und im ersten Halbjahr 2015 lediglich etwa 7.000 gewesen seien, berichtet die "Heilbronner Stimme" in ihrer Dienstagsausgabe unter Berufung auf Kreise des Auswärtigen Amtes.

Insgesamt stieg die Zahl der ausgestellten Visa für sogenannte Familienzusammenführungen demnach deutlich an. Von 30.000 im ersten Halbjahr 2015 über 45.000 im ersten Halbjahr 2016 auf 62.000 von Januar bis Ende Juni 2017. Bei dieser Gesamtzahl nimmt das Auswärtige Amt keine Unterscheidung nach Nationalitäten vor. Auch beim Nachzug zu minderjährigen Flüchtlingen habe das Auswärtige Amt einen spürbaren Anstieg verzeichnet, berichtet die Zeitung weiter. Im ersten Halbjahr 2016 waren es demnach 550, im ersten Halbjahr 2017 insgesamt etwa 4.000. Für das Jahr 2015 gab es laut Zeitung noch keine gesonderte Erhebung.

Das Außenamt soll den zu erwarteten Familiennachzug zu Flüchtlingen dem Bericht zufolge auf 200.000 bis 300.000 Personen schätzen. Bei dieser Berechnung berücksichtigt das Ministerium laut Zeitung unter anderem die Zahl der bisherigen Terminanfragen (etwa 100.000) und die Zahl der bereits bearbeiteten Fälle. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) nennt beim Familiennachzug einen Faktor von 0,9 bis 1,2 je anerkanntem Flüchtling, schreibt das Blatt weiter. Die Wartezeiten in den deutschen Auslandsvertretungen zur Erteilung von Visa in den Konsulaten rund um das Bürgerkriegsland Syrien hat sich nach Informationen der "Heilbronner Stimme" in den vergangenen Monaten deutlich reduziert.

Demnach liegt die Wartezeit in der Türkei derzeit nur noch bei einem Monat (im Vergleich zu zwölf Monaten im vergangenen Jahr). In Erbil sank die Wartezeit demnach von 18 auf sieben Monate. Angesichts der derzeit geschlossenen Grenze zur Türkei konzentriere sich der Andrang von weiteren bis zu 100.000 angefragten Terminen auf die Botschaft in Beirut, schreibt das Blatt weiter. Dort betrage die Wartezeit momentan etwa neun bis zwölf Monate.

Die News Bericht: Familiennachzug von Flüchtlingen stark gestiegen wurde von dts am 17.07.2017 in der Kategorie Brennpunkte mit den Stichwörtern Politik, Deutschland, Asyl, Integration abgelegt.

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

Weitere Meldungen

Proteste in Haiti gegen Wiedererstarken der Armee

In Haiti haben hunderte Anhänger der Opposition gegen das Wiedererstarken der Armee und gegen Regierungskorruption demonstriert. Die Demonstranten blockierten Straßen und setzten

Mehr
Paris und Washington wollen an Stabilisierung im Nahen Osten arbeiten

Angesichts der Krise im Libanon wollen Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und US-Präsident Donald Trump gemeinsam an einer Stabilisierung der Region arbeiten. Bei einem

Mehr
Diplomatischer Konflikt zwischen den USA und Palästinensern

Zwischen den USA und den Palästinensern braut sich ein diplomatischer Konflikt zusammen: Nachdem Washington die Schließung der Mission der Palästinensischen Befreiungsorganisation

Mehr

Top Meldungen

Wirtschaftsweise verteidigt drastischen Stellenabbau bei Siemens

München - Die Wirtschaftsweise Isabel Schnabel verteidigt den drastischen Stellenabbau bei Siemens. Der Konzern reagiere damit auf den Nachfragerückgang im Kraftwerkbereich,

Mehr
Högl: Merkel muss Siemens zur Chefinnensache machen

Berlin - Eva Högl (SPD), Fraktionsvize im Bundestag und Direktkandidatin des Wahlkreises Berlin-Mitte, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgefordert, den drohenden

Mehr
Deutsche sind zum Pendeln bereit

Berlin - Die Deutschen sind bereit, um ihren Arbeitsplatz zu erreichen, zum Teil erhebliche Pendelzeiten in Kauf zu nehmen. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts

Mehr