Wirtschaft

Bioanbau in Deutschland auf so vielen Äckern wie noch nie

  • veröffentlicht am 17. Juli 2017, 15:47 Uhr
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Biofrüchte im Supermarkt
Bild: AFP

Bioprodukte werden in Deutschland auf einer so großen Fläche wie noch nie und von einer Rekordzahl von Betrieben angebaut. Die Anbaufläche für Öko-Produkte stieg im vergangenen Jahr um fast 15 Prozent auf rund 1,25 Millionen Hektar.

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Bioprodukte werden in Deutschland auf einer so großen Fläche wie noch nie und von einer Rekordzahl von Betrieben angebaut. Die Anbaufläche für Öko-Produkte stieg im vergangenen Jahr um fast 15 Prozent auf rund 1,25 Millionen Hektar, wie das Bundeslandwirtschaftsministerium am Montag mitteilte. Die Zahl der Bio-Betriebe wuchs 2016 im Vergleich zum Vorjahr um fast zehn Prozent auf mehr als 27.000.

"Die Tendenz der letzten Jahre zeigt klar, wohin der Weg geht", erklärte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU). "Der Ökolandbau ist neben dem konventionellen Landbau inzwischen eine wichtige Säule der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft."

Durch den kräftigen Ausbau im vergangenen Jahr werden inzwischen in Deutschland 7,5 Prozent aller Ackerflächen ökologisch bewirtschaftet. "Mein Ziel ist, dass auf 20 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche ökologisch gewirtschaftet wird, um den wachsenden Bedarf an Bio-Lebensmitteln stärker durch heimische Öko-Produkte abdecken zu können", sagte Schmidt.

Als mögliche Bremse für den Bio-Boom in Deutschland sehen die Bundesregierung ebenso wie die Ökobranche neue EU-Regeln für den Biolandbau, die derzeit verhandelt werden. Eine Diskussion darüber wurde wegen offener Fragen kurzfristig von der Tagesordnung eines Treffens der europäischen Landwirtschaftsminister am Montag in Brüssel gestrichen. Schmidt begrüßte den Schritt, da in den kommenden Wochen noch einige Details geklärt werden müssten.

Mit der neuen Ökolandbau-Verordnung der EU sollen ab 2020 in der EU die Standards für Bio-Lebensmittel vereinheitlicht und die Kontrollen gegen Betrug verbessert werden. Schmidt sagte in Brüssel, die rechtlichen Vorgaben der Verordnung müssten noch auf ihre "Praxisfähigkeit" getestet werden. Die Kontrollen der Betriebe dürften beispielsweise nicht durch ein "Überprüfungsmonster" ersetzt werden. 

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) unterstützte die Verschiebung der Debatte über die neuen europäischen Regeln und begrüßte, dass Schmidt "beharrlich auf Veränderungen der Kontrollregeln drängt, damit diese praxisgerecht und wirksam werden". Österreichs Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter äußerte in Brüssel die Erwartung, dass sich die Verhandlungen über die neue EU-Verordnung noch bis in den November hinziehen. 

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