Wirtschaft

Bosch investiert eine Milliarde Euro in Halbleiterfabrik in Dresden

  • veröffentlicht am 19. Juni 2017, 13:34 Uhr
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Halbleiterwerk von Bosch in Reutlingen
Bild: AFP

Der Autozulieferer Bosch baut ein neues Halbleiterwerk in Dresden und schafft bis zu 700 neue Arbeitsplätze in der Elbmetropole. Die Investition in die neue Chipfabrik belaufe sich auf rund eine Milliarde Euro, teilte Bosch am Montag mit.

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Dresden als Industriestandort kann sich über hunderte neue Arbeitsplätze freuen: Der Autozulieferer Bosch baut für rund eine Milliarde Euro ein neues Halbleiterwerk in der sächsischen Hauptstadt und will bis zu 700 neue Jobs schaffen, wie er am Montag ankündigte. Auch der Tabakkonzern Philip Morris will ein Werk in Dresden errichten, um Tabaksticks für E-Zigaretten herzustellen. Er schafft eigenen Angaben zufolge 500 Stellen.

Konzernchef Volkmar Denner erklärte, bei der Chip-Fabrik handele es sich um die "größte Einzelinvestition in der mehr als 130-jährigen Geschichte von Bosch". Der Bau des Werkes soll bis Ende 2019 abgeschlossen sein. Nach einer Anlaufphase soll die Produktion dann voraussichtlich Ende 2021 beginnen. Das erste Halbleiterwerk von Bosch steht in Reutlingen.

Halbleiter sind laut Bosch eine Schlüsseltechnologie für das moderne Leben, vor allem bei der zunehmenden Vernetzung, Elektrifizierung und Automatisierung in der Industrie, in der Mobilität und auch im privaten Wohnumfeld, dem sogenannten Smart Home. Derzeit arbeitet Bosch an Systemen für das autonome Fahren. Gemeinsam mit dem Autobauer Daimler will der schwäbische Konzern schon bis 2020 selbstfahrende Autos für den Stadtverkehr auf den Markt bringen. 

Diese Autos brauchen unterschiedliche Sensorsysteme für Kameras, Radar und Laserscanner. Für diese Systeme werden mikro-elektromechanische Sensoren gebraucht, kurz MEMS. Schon 2016 hatte laut Bosch jedes neu ausgelieferte Auto weltweit im Schnitt mehr als neun Chips von Bosch an Bord. Auch in drei von vier Smartphones stecken demnach Sensoren des Weltmarktführers.

Bosch stellt bereits seit mehr als 45 Jahren verschiedene Halbleiter-Chips her, durch das Internet der Dinge steigt die Nachfrage aber immer mehr. Die Bosch-Gruppe beschäftigt weltweit rund 390.000 Mitarbeiter und erzielte 2016 einen Umsatz von 73,1 Milliarden Euro.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) freute sich über die "nächste gute Entscheidung für Europas führendes Mikroelektronik-Cluster hier bei uns in Sachsen".  Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) begrüßte "die Investition von Bosch in den Hochtechnologiestandort Deutschland". Eine Förderung der neuen Chipfabrik durch den Bund muss noch von der EU gebilligt werden. 

Die Attraktivität des Standortes Dresden zeigte sich auch in der Ankündigung des Marlboro-Herstellers Philip Morris, in der Elbmetropole ein Werk zur Herstellung von Tabaksticks für elektronische Zigaretten zu errichten. Der Bau der 80.000 Quadratmeter großen Anlage soll noch in diesem Jahr beginnen und voraussichtlich Anfang 2019 abgeschlossen sein. Die Investitionen belaufen sich auf knapp 286 Millionen Euro. 

Die Entscheidung von Philip Morris zeige, wie attraktiv der Standort Sachsen für international tätige Unternehmen sei, erklärte Tillich. In dem Philip-Morris-Werk sollen die Tabaksticks Heets für den elektronischen Tabakerhitzer Iqos produziert werden, mit dem der Konzern die Nachfrage nach potenziell weniger schädlichen Alternativen zu Zigaretten erfüllen will. Bei diesem wird der Tabak nach Konzernangaben nicht verbrannt, sondern nur erhitzt. 

Philip Morris stellt bereits Zigaretten in Berlin her. Dort arbeiten rund 1200 Menschen. In Dresden fertigt der US-Konzern mit rund 300 Beschäftigten Zigaretten der Marke f6.

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