Wirtschaft

US-Richter billigt Vergleich zwischen VW und Justizministerium

  • veröffentlicht am 21. April 2017, 18:12 Uhr
Bild vergrößern: US-Richter billigt Vergleich zwischen VW und Justizministerium
Volkswagen zahlt in den USA 2,8 Milliarden Dollar zur Beilegung strafrechtlicher Ermittlungen wegen seiner Abgastricksereien
Bild: AFP

Bei der Aufarbeitung seines Abgasskandals ist Volkswagen in den USA nochmals einen großen Schritt vorangekommen. Ein Richter billigte einen zwischen dem Konzern und dem US-Justizministerium erzielten Vergleich.

Anzeige

Bei der Aufarbeitung seines Abgasskandals ist Volkswagen in den USA nochmals einen großen Schritt vorangekommen. Ein Bundesrichter in Detroit billigte am Freitag einen im Januar zwischen dem Konzern und dem US-Justizministerium erzielten Vergleich. Entsprechend dieser Vereinbarung verhängte der Richter eine Strafzahlung von 2,8 Milliarden Dollar (2,6 Milliarden Euro) gegen den Konzern, wie eine VW-Sprecherin in den USA mitteilte. 

Im Gegenzug wurden strafrechtliche Ermittlungen zu den Manipulationen der Abgaswerte eingestellt. Als weiteren Teil der Vereinbarung verfügte der Richter, dass eine unabhängige Aufsichtsperson drei Jahre lang darüber wachen wird, dass der Autobauer sich in den USA an die Gesetze hält. Diese Aufgabe übernimmt nach Angaben der Konzernsprecherin der frühere US-Vizejustizminister Larry Thompson. 

Zusätzlich zu den 2,8 Milliarden Dollar hatte Volkswagen in der Vereinbarung mit dem Justizministerium in die Zahlung von Bußgeldern von 1,5 Milliarden Dollar zur Beilegung von zivilrechtlichen Verfahren eingewilligt. 

Außerdem legte der Konzern im Rahmen des Vergleichs bereits Anfang März ein Schuldbekenntnis vor dem Gericht in Detroit ab. Darin gestand Volkswagen neben den Tricksereien bei den Abgaswerten seiner Dieselfahrzeuge auch die Behinderung der Justiz ein. 

Die Aufarbeitung des Abgasskandals kommt den Konzern allerdings teurer zu stehen als anfänglich kalkuliert. Die diversen vereinbarten Zahlungen in den USA summieren sich auf rund 23 Milliarden Dollar. Die Wolfsburger hatten 18 Milliarden Euro für die Abwicklung des Skandals zurückgestellt - nicht für die USA, sondern für die weltweite Beilegung der Affäre.

Volkswagen hatte im September 2015 erst auf Druck der US-Behörden zugegeben, weltweit in elf Millionen Dieselautos verschiedener Marken die illegale Software eingebaut zu haben, die die Testwerte nach unten manipulierte. Der Konzern beteuert bis heute, dass die Unternehmensspitze von den Tricksereien nichts gewusst und diese umgehend bei den Behörden zugegeben habe, nachdem sie davon erfahren habe. 

Die News US-Richter billigt Vergleich zwischen VW und Justizministerium wurde von AFP am 21.04.2017 in der Kategorie Wirtschaft mit den Stichwörtern ÜBERSICHT, D, USA, Unternehmen, Auto, Justiz abgelegt.

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

Weitere Meldungen

Wiesenhof-Chef wehrt sich gegen Verbot von Fleischbezeichnungen für Veggie-Produkte

Der Chef des Geflügelfleischproduzenten Wiesenhof, Peter Wesjohann, wehrt sich gegen Vorschriften zur Bezeichnung von Veggie-Lebensmitteln. "Sollen wir solche Produkte künftig als

Mehr
Automobilindustrie verteidigt Branche entschlossen gegen Kritik von Trump

Nach der scharfen Kritik von US-Präsident Donald Trump an Deutschlands Handelsüberschuss hat die Industrie sich entschieden verteidigt. Die deutsche Automobilindustrie "exportiert

Mehr
Erdbeerkonfitüren und -fruchtaufstriche sind zu süß

Eher eine Süßigkeit als eine Portion Früchte - Erdbeerkonfitüren und -fruchtaufstriche sind nach Einschätzung der Zeitschrift "Öko-Test" deutlich zu süß. Das Verbrauchermagazin

Mehr

Top Meldungen

"Spiegel": Arbeitnehmer bekommen ab 2019 mehr Zuschüsse zur Betriebsrente

Bei der Neureglung zur Betriebsrente haben sich SPD und Union einem "Spiegel"-Bericht zufolge darauf geeinigt, dass ab 2019 alle Arbeitgeber Zuschüsse in Höhe von 15 Prozent

Mehr
IWF für mehr Frauen in der Finanzbranche

Washington - Der Internationale Währungsfonds (IWF) appelliert an Banken und Finanzdienstleister, mehr Toppositionen mit Frauen zu besetzen. Die Forschung zeige, "dass Frauen bei

Mehr
Wiesenhof-Chef gegen Verbot der Bezeichnung Veggie-Wurst

Visbek - Wiesenhof-Chef Peter Wesjohann hat sich gegen Bestrebungen aus der Politik gestellt, Begriffe wie Veggie-Wurst zu verbieten. "Das Ganze sollte man doch etwas

Mehr