Brennpunkte

Irakische Armee befreit vom IS versklavte elfjährige Jesidin in Mossul

  • veröffentlicht am 21. April 2017, 13:08 Uhr
Bild vergrößern: Irakische Armee befreit vom IS versklavte elfjährige Jesidin in Mossul
Irakische Armee in Mossul auf dem Vormarsch
Bild: AFP

Die irakische Armee hat nach Angaben der Polizei eine elfjährige Jesidin befreit, die vor knapp drei Jahren von IS-Kämpfern verschleppt und als Sklavin verkauft wurde.

Anzeige

Die irakische Armee hat nach Angaben der Polizei eine elfjährige Jesidin befreit, die vor knapp drei Jahren von Kämpfern der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) verschleppt und als Sklavin verkauft wurde. Das Mädchen sei 2014 gemeinsam mit seinen Schwestern und seiner Mutter aus dem Dorf Koscho nahe der Jesiden-Hochburg Sindschar entführt worden, berichtete die irakische Polizei am Freitag. Sicherheitskräfte hätten das Kind am Donnerstag im westlichen Stadtviertel Tanek in Mossul befreit.

Die jesidische Abgeordnete Vian Dachil bestätigte der Nachrichtenagentur AFP den Fall. Das Mädchen sei acht Jahre alt gewesen, als es am 15. August 2014 verschleppt wurde. Zunächst sei es nach Tel Afar gebracht und dann nach Mossul verkauft worden. Die Befreiung des Kindes sei sorgfältig vorbereitet worden.

"Die, die diese Kinder entführen, sind Monster", sagte Polizeisprecher Dschaafar al-Baatat. Die Jesiden sind eine Minderheit im Irak. Der IS hatte im Sommer 2014 weite Regionen Syriens und des Irak erobert. Im Norden des Irak wurden tausende männliche Angehörige der Volksgruppe der Jesiden getötet, Frauen und Mädchen entführt und als Sex-Sklavinnen missbraucht. Schätzungen zufolge leben noch immer etwa 3000 von ihnen in IS-Gefangenschaft.

Die Angehörigen der kurdischsprachigen religiösen Minderheit werden von den Dschihadisten als Teufelsanbeter verfolgt. Die USA stuften die Verfolgung der Jesiden durch den IS als Völkermord ein.

Der IS hatte Mossul im Sommer 2014 unter seine Kontrolle gebracht. Im Oktober vergangenen Jahres begann die irakische Armee mit Unterstützung der US-geführten Militärkoalition eine Großoffensive, um die Stadt zurückzuerobern. Ende Januar nahmen die irakischen Truppen den Ostteil der Stadt ein. 

Mit einer weiteren Offensive wollen sie die IS-Kämpfer nun auch vollständig aus West-Mossul vertreiben. Die Vereinten Nationen schätzen, dass sich dort eine weitere halbe Million Zivilisten aufhält.

Die News Irakische Armee befreit vom IS versklavte elfjährige Jesidin in Mossul wurde von AFP am 21.04.2017 in der Kategorie Brennpunkte mit den Stichwörtern Irak, Konflikte, Minderheiten, Menschenrechte, Religion abgelegt.

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

Weitere Meldungen

Erschossenes Känguru mit Ouzo-Flasche im Arm sorgt in Australien für Entrüstung

An einer Straße bei Melbourne ist ein erschossenes Känguru aufgefunden worden, das mit einer Ouzo-Flasche im Arm und mit einer Jacke in Leoparden-Muster auf einem Klappstuhl dort

Mehr
36 Verletzte bei U-Bahn-Unglück in New York

Im New Yorker Stadtteil Manhattan sind bei einem U-Bahn-Unglück mindestens 36 Menschen verletzt worden. Zwischen zwei Stationen im Bezirk Harlem der US-Metropole seien am

Mehr
BGH entscheidet über Revision wegen Sicherungsverwahrung für Kindermörder Silvio S.

Der fünfte Strafsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) entscheidet am Mittwoch (12.00 Uhr) in Leipzig über eine Revision der Staatsanwaltschaft im Fall des Kindermörders Silvio S. Das

Mehr

Top Meldungen

DLG-Chef will von Branche mehr Offenheit bei umstrittenen Agrarthemen

Berlin - Carl-Albrecht Bartmer, Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), hat die Branche zu mehr Offenheit bei gesellschaftlich umstrittenen Agrarthemen

Mehr
Importpreise im Mai um 4,1 Prozent gestiegen

Wiesbaden - Die Einfuhrpreise sind im Mai 2017 um 4,1 Prozent höher gewesen als im Vorjahresmonat. Gegenüber April fielen die Importpreise um 1,0 Prozent, teilte das Statistische

Mehr
Entwicklungen am Immobilienmarkt beunruhigen Bankenaufseher Dombret

Frankfurt/Main - Die Entwicklungen am deutschen Immobilienmarkt machen Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret nervös. Er würde in Deutschland zwar noch nicht von einer

Mehr