Finanzen

Bericht: Bund sparte seit 2008 rund 146 Milliarden Euro Zinsausgaben

  • dts veröffentlicht am 20. April 2017, 19:19 Uhr
Bild vergrößern: Bericht: Bund sparte seit 2008 rund 146 Milliarden Euro Zinsausgaben
500-Euro-Geldscheine
dts

.

Anzeige

Berlin - Der Bund hat dank Niedrigzinsen seit 2008 gegenüber seiner eigenen Haushaltsplanung 145,7 Milliarden Euro an Zinsausgaben gespart. Das geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervor, über die das "Handelsblatt" berichtet.

Hatte das Bundesfinanzministerium zwischen 2008 und 2016 in seinen Haushaltsplänen mit Zinsausgaben von insgesamt 416,2 Milliarden Euro kalkuliert, musste es am Ende lediglich 270,5 Milliarden Euro ausgeben. Besonders groß war die Ersparnis im vergangenen Jahr. In seinem Finanzbericht 2012 hatte das Bundesfinanzministerium für den Schuldendienst im Jahr 2016 noch Ausgaben von 41,2 Milliarden Euro veranschlagt. "Nach Abschluss des Haushaltsjahres wurden für das Jahr 17,5 Milliarden Euro ausgewiesen", heißt es laut "Handelsblatt" in dem Schreiben des Finanzministeriums.

Damit hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) allein 2016 gegenüber seiner ursprünglichen Planung 23,7 Milliarden Euro Zinsen gespart. Die Zahlen zeigen, welche Spielräume im Bundeshaushalt durch die Niedrigzinsen entstanden sind. Auf der derzeit stattfindenden Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) steht Deutschland wegen seines hohen Leistungsbilanzüberschusses in der Kritik. Der IWF, die USA und andere Staaten drängen die Bundesregierung dazu, ihre Staatsausgaben zu erhöhen.

"Während in Teilen Europas seit Jahren die Krise herrscht, hat Deutschland mächtig profitiert. Diese ökonomische und soziale Spaltung gefährdet unser Europa", sagte auch Sven-Christian Kindler, haushaltspolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion. "Eine neue Bundesregierung muss ab dem Herbst mehr Geld für den EU-Haushalt und Zukunftsinvestitionen bereitstellen und so Europa aus der Krise helfen", fordert Kindler.

Die News Bericht: Bund sparte seit 2008 rund 146 Milliarden Euro Zinsausgaben wurde von dts am 20.04.2017 in der Kategorie Finanzen mit den Stichwörtern Finanzen, Deutschland, Finanzindustrie abgelegt.

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.

Weitere Meldungen

Kipping fordert von SPD "spürbare Vermögensteuer"

Berlin - Die Vorsitzende der Linkspartei, Katja Kipping, hat die SPD aufgefordert, bei ihrem bevorstehenden Parteitag eine "spürbare Vermögensteuer" zu beschließen. "Ich erwarte

Mehr
Morgan Stanley verdoppelt Personal am Frankfurter Standort

Frankfurt/Main - Angesichts des drohenden Bedeutungsverlusts des Finanzplatzes London durch den Brexit will die US-Investmentbank Morgan Stanley ihren Frankfurter Standort

Mehr
Bericht: Viele Unschuldige auf "schwarzer Liste" der Finanzindustrie

Berlin - In der World-Check-Datenbank, mit der Banken sich gegen potenziell gefährliche Kunden schützen, finden sich offenbar viele unschuldige Menschen und Organisationen. Das

Mehr

Top Meldungen

Bericht: Investoren werden in EU-Handelspakt mit Japan bevorzugt

Brüssel - Bei dem von Europa angestrebten Handelsvertrag mit Japan sollen politisch heikle Fragen offenbar ausgeklammert und Industriekonzerne zulasten der Bürger bevorzugt

Mehr
Putin eröffnet weitere Bauphase des Pipeline-Projekts TurkStream

Russlands Staatschef Wladimir Putin hat eine weitere Bauphase beim Pipeline-Projekt TurkStream zwischen Russland und der Türkei eingeleitet. Putin führte am Freitag auf dem

Mehr
Zeitung: Weg für Atommüll-Staatsfonds endgültig frei

Berlin - Die Bundesregierung wird den lange erwarteten Vertrag mit den Atomkonzernen über die Finanzierung der Zwischen und Endlagerung an kommenden Montag unterzeichnen. Das

Mehr