Wirtschaft

Wirtschaftsweise heben Prognose fürs laufende Jahr leicht an

  • veröffentlicht am 20. März 2017, 14:02 Uhr
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Wirtschaft wächst wohl stärker als erwartet
Bild: AFP

Die Wirtschaftsweisen rechnen mit einem Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent in diesem Jahr - das sind 0,1 Prozent mehr als im November erwartet. Allerdings macht das Anleihenkaufprogramm der EZB den Sachverständigen Sorgen.

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Der Arbeitsmarkt brummt, die Konjunktur weltweit zieht an: Die Wirtschaftsweisen haben daher ihre Prognose für Deutschlands Wirtschaftswachstum leicht angehoben. Das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr um 1,4 Prozent zulegen, teilten sie am Montag mit. Bislang waren sie von 1,3 Prozent ausgegangen. Für das kommende Jahr erwarten die Wirtschaftsweisen sogar ein Plus von 1,6 Prozent.

Zur positiven Entwicklung trügen die weiterhin gute Lage am Arbeitsmarkt, ein "leicht positiverer Ausblick" für die internationale Konjunktur sowie die unverändert "äußerst expansive" Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) bei, erklärte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Sein Gutachten hatte das Gremium im November vorgelegt - nun legte es eine aktualisierte Prognose vor.

Die fünf Wirtschaftswissenschaftler rechnen demnach in diesem Jahr mit 44,159 Millionen Erwerbstätigen, 2018 sogar mit 44,642 Millionen. Die Arbeitslosenquote werde 2017 auf 6,0 Prozent sinken und 2018 auch auf diesem Stand bleiben, schätzen sie. 

Die Verbraucherpreise werden in diesem Jahr nach Einschätzung der Experten stark anziehen: Sie rechnen mit einer Inflationsrate von 2,2 Prozent. 2018 wird sie ihrer Prognose zufolge wieder auf 1,6 Prozent sinken. 

Die Sachverständigen kritisieren die Geldpolitik der EZB in ihrer neuen Prognose scharf. Die Risiken etwa für die Finanzmarktstabilität nähmen weiter zu. Die EZB müsse so bald wie möglich damit beginnen, ihr Aufkaufprogramm zu beenden, fordern sie.

Die Zentralbank kauft jeden Monat im großen Stil Staats- und Unternehmensanleihen, um Geld in die Wirtschaft zu pumpen und Konjunktur und Inflation in der Eurozone anzukurbeln. Bis Ende dieses Jahres fließen dafür monatlich 60 Milliarden Euro.

Kritik am hohen deutschen Leistungsbilanzüberschuss, wie sie derzeit vor allem von der US-Regierung unter Präsident Donald Trump kommt, weist der Sachverständigenrat als "nicht stichhaltig" zurück. Statt darauf abzuzielen, den Überschuss um seiner selbst willen zu vermindern, sollte die Wirtschaftspolitik Investitionsanreize im Inland setzen, empfehlen die Wirtschaftsweisen. So lasse sich das Produktionspotenzial stärken. 

"Die Bundesregierung sollte die Attraktivität des Investitionsstandortes Deutschland erhöhen und so dazu beitragen, dass sich dieser Saldo zurückbildet", erklärte der Vorsitzende des Gremiums, Christoph Schmidt. 

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